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Grenzen lassen sich gestalten Teil 4/4

GLAUBENS_GUT

Gott sei Dank gibt es Grenzen

 

Wer für andere da ist, muss die eigenen Grenzen kennen. Grenzen zu achten, ist eine Haltung, die sich durch alle Bereiche des Lebens zieht.

 

Ausgabe: 22/2026
26.05.2026
Mensch auf einem Hügel über einer Stadt, der mit seinen Händen ein Y über dem Kopf formt.
Mensch auf einem Hügel über einer Stadt, der mit seinen Händen ein Y über dem Kopf formt.
© oksix/AdobeStock

Wir sind täglich mit Menschen zusammen. Daheim, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit und überall dort, wo wir ehrenamtlich tätig sind. Wo Menschen sind, gibt es Ansprüche, Reibereien, Missverständnisse, Wohlwollen und Missgunst. Wenn wir viel Zeit mit Menschen verbringen, die uns missachten, erniedrigen oder kränken, werden wir geschwächt und womöglich selbst ungenießbar. Es ist also weise, sich auch das Umfeld entsprechend einzurichten, Grenzen zu setzen und einzuhalten.

 

Was mich stark macht


Es ist also klug, sich zu fragen: Welche Strukturen, Systeme oder Menschen bereichern mich in meiner Entwicklung und Entfaltung, welche grenzen mich ein oder behindern mich? Dort, wo ich auswählen und Konsequenzen ziehen kann, wünsche ich mir die Kraft und Klarheit dafür, mein Umfeld neu zu gestalten. Das kann bedeuten, mich von negativen Einflüssen zu distanzieren, um Lebensqualität zu ermöglichen. Ich setze entsprechende Grenzen und schütze, was mir wertvoll ist.


Das Ziel im Blick behalten 


Dort wo ich Sinn erfahre, dort wo Lebensqualität sichergestellt werden soll, dafür gilt es sich einzusetzen, darauf gilt es sich zu konzentrieren. Das bedeutet, auszuwählen, welchen Weg ich beschreite, welche Schritte ich setze, welche Ziele ich verfolge und das, was mich davon abhält, einzugrenzen.

 

Wenn ich meine Grenzen verletze


Wenn ich nicht wahrgenommen werde; wenn ich mich selbst nicht ausreichend im Blick habe und reflektiere; wenn ich missachtet werde oder missachte; wenn ich über meine eigenen Grenzen gehe, mich dadurch schwäche oder verleugne, werde ich verletzt oder verletze mich selbst. Wenn ich die Signale meines Körpers überhöre und weitermache, obwohl es in mir schreit, dann verletze ich mich selbst. Wenn ich Tränen und Schmerz unterdrücke oder meine Müdigkeit übergehe, dann können sich Zorn und Wut in mir verfestigen oder nach außen dringen und andere verletzen. Wenn ich mich in der Hingabe selbst aufgebe, kann ich mich schwächen. Wenn ich unbarmherzig und unversöhnlich mit mir selbst und anderen umgehe, werde ich Beziehungen untergraben.

 

Sehen, dass es gut ist


Ich akzeptiere meine Grenzen. Ich weiß, dass ich nicht vollkommen bin und dass ich es nicht sein kann, weil dies zum Menschsein dazugehört. Aber ich übe mich in Herzensstärke und Barmherzigkeit – oder anders ausgedrückt: Ich übe mich in Selbst-Mitgefühl und Selbst-Annahme. Ich bin so geworden, das hat seine Geschichte. Ich kann mich jederzeit selbst oder mit Unterstützung anderer weiterentwickeln. Für diese Möglichkeiten des Heil-Werdens und für viel Gutes in meinem Leben bin ich von Herzen dankbar. Es ist gut so.

 

Dankbarkeit macht das Leben reich 


Dankbarkeit als Haltung ist gesundheitsfördernd und spirituell das, was uns zufrieden und zuversichtlich sinnvoll leben lässt. In der Haltung der herzerwärmenden Dankbarkeit übe ich mich ein ins achtsame Leben entlang gesunder Grenzen.


Ausblick


„Wer mit Weisen umgeht, wird weise.“ 
Sprichwörter 13,20

Angelika Gassner
Angelika Gassner
© markushuber.net
Buchtipp: Angelika Gassner, Eigene und fremde Grenzen achten, Spirituelle Impulse für einen guten Umgang mit mir selbst und anderen. Schwabenverlag 2024, € 25,50
Buchtipp: Angelika Gassner, Eigene und fremde Grenzen achten, Spirituelle Impulse für einen guten Umgang mit mir selbst und anderen. Schwabenverlag 2024, € 25,50
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