Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.
Viele Menschen würden Apokalyptik heute vor allem mit Weltuntergangsszenarien oder Katastrophenerwartungen verbinden. Dieses Verständnis greife jedoch zu kurz, sagte die Professorin in ihrer Antrittsvorlesung.
Apokalyptik bedeute ursprünglich „Enthüllung“. Im Mittelpunkt stehe nicht der Untergang der Welt, sondern das entscheidende Eingreifen Gottes, das die Wahrheit über Gott und die Welt offenbare. Dadurch erhalte die Weltgeschichte Sinn, zugleich verliere sie im Licht einer kommenden Welt an Absolutheit. Aus dieser Perspektive erwachse auch der Auftrag, die Gegenwart kritisch zu betrachten und bestehende Verhältnisse infrage zu stellen.
Kritisch blickte die Theologin auf politische Formen der Apokalyptik (Peter Thiel, Alexander Dugin). „Dieselbe Logik, die Unterdrückten Hoffnung geben kann, vermag auch als Legitimation bestehender Macht zu dienen“, sagte Spies. Deshalb brauche es eine sorgfältige Unterscheidung zwischen befreienden und problematischen Formen apokalyptischer Rhetorik.
Spies sprach sich dafür aus, die Spannung zwischen der Hoffnungskraft der Apokalyptik und der theologischen Kritik an ihr auszuhalten. Apokalyptisches Denken ermögliche kritischen Widerspruch gegen die Gegenwart und erinnere daran, dass keine bestehende Ordnung das letzte Wort habe.
Franca Spies übernahm an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg die Professur für Dogmatik von Alois Halbmayr. Sie wurde 1990 in Ulm geboren und habilitierte sich in Luzern.

Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.

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