Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.
Wolfgang Palaver, Innsbrucker Sozialethiker und Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, zeigte sich trotz des EU-Aus-tritts der Briten optimistisch: „Ich denke, die EU kann jetzt stärker werden. Es ist zwar eine fundamentale Krise, aber in ihr ist die Chance zu einer verbesserten EU zu sehen.“
Europa stecke noch in den Kinderschuhen, sagte Palaver. Die Herausforderung, in einem großen Raum miteinander solidarisch zu sein, sei keine Sache, die in 50 oder 60 Jahren wachse. „Da braucht es einen längeren Atem“, so Palaver. Nicht durch Abschottung, sondern nur durch mehr EU-weite Solidarität seien die aktuellen Herausforderungen der Globalisierung lösbar. Die Wirtschaft könne nicht der Kitt im Gefüge der EU sein, bekräftigte der Theologe und hielt dem das Prinzip der Solidarität entgegen. Darauf habe schon Papst Johannes Paul II. oft hingewiesen. „Wir können die Globalisierung nicht rückgängig machen. Aber wir müssen sie zu einer Globalisierung der Solidarität weiterentwickeln.“ Solidarität sei bisher aber nur in kleinen Räumen in den einzelnen Staaten verwirklicht. Palaver betont: „Wie schlecht es derzeit in der EU um die Solidarität steht, sehen wir in der Flüchtlingsfrage. Gesetze können Solidarität nicht erzwingen. Es braucht eine von unten getragene solidarische Kultur, und jeder Einzelne muss dazu beitragen.“
Überlegungen über einen EU-Austritt Österreichs erteilte Palaver eine deutliche Absage. „Ich denke, man wird sehr bald sehen, dass die Schwierigkeiten Großbritanniens keine positiven Signale in diese Richtung aussenden. Es ist ein Irrtum zu glauben, mit nationalistischer Abschottung könne man das Problem der Globalisierung lösen.“

Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.
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