Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen
Sieben Zellen hatte das Polizeigefängnis der Stadt. Jede war für vier Männer ausgelegt. Doch die Wirklichkeit sah anders aus: Bis zu 15 Männer mussten sich 10 Quadratmeter teilen. „Die Verhältnisse sind eine Tortur. Der Staat tut damit den Menschen Gewalt an“, erzählte Pfarrer Christian Mayr.
Die Misere habe ihre Wurzeln im Rechtssystem, erklärte er: Für 200.000 Menschen gab es nur einen Richter. Die Akten stapelten sich, immer wieder gingen Unterlagen verloren. So entstanden Situationen, die die ganze Unmenschlichkeit des Systems offenbarten. „Kleine Diebe“ mussten oft bis zu zwei Jahre auf ihren Prozess warten – am Ende betrug die verhängte Strafe jedoch nur ein halbes Jahr.
Gemeinsam mit einem Team von Ehrenamtlichen besuchte Pfarrer Mayr jeden Mittwochnachmittag die Gefangenen. Sie hörten zu, brachten Bastelmaterialien mit und beteten gemeinsam. Die Gruppe sang Lieder, las das Sonntagsevangelium und der Seelsorger versuchte in einer kurzen Ansprache, den Männern Mut zu machen: zum Durchhalten und zu einem brüderlichen Miteinander trotz der schwierigen Umstände.
„Ich weiß, meine Worte sind nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein, aber sie bringen doch ein wenig Kühlung“, sagte Mayr. In der Karwoche hatte der Seelsorger Häftlingen die Füße gewaschen – als ein Zeichen dafür, dass sie trotz allem ihre Würde behielten. Pfarrer Christian Mayr verstand sich auch als Stimme der Gefangenen. Er erkundigte sich etwa nach dem Stand ihrer Verfahren und setzte sich dafür ein, dass ihre Anliegen gehört wurden.

Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen
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