Sr. Petra Auzinger gehört dem Orden der Kreuzschwestern an. Sie wirkt als Seelsorgerin am Klinikum Wels-Grieskirchen.
Seelenruhig verkündet er, er wolle zwar nicht hetzen, aber man dürfe doch nicht naiv sein – der Islam sei halt ein Problem. Grauslichste Dinge würden da draußen geschehen, die „Moslems“ uns bewusst und strategisch verdrängen. Nächstenliebe gäbe es im Koran nicht, dieser sei gegen Christentum und Judentum an sich. Christen seien Ungläubige! Einfach nachlesen. Die Statistik zeige eindeutig: Sie verdrängen uns gezielt, weltweit. Da könne man keinen Dialog machen!
Friedensgebet in Assisi
Was hier als seriöse Theologie und reine Statistik verkauft wird, ist kein Einzelfall. Immer wieder begegnen mir Menschen, die im Mantel der „Aufklärung“ und „der Wahrheit“ Tacheles reden wollen über „den Islam“ und die Unausweichlichkeit des Niedergangs des christlichen Glaubens wegen „der Moslems“. Fragen wir einmal anders: Warum lud Papst Leo XIV. zum gemeinsamen Friedensgebet nach Assisi, wenn der Dialog und die Zusammenarbeit nur Unfug sind? Warum bemühen sich weltweit Millionen Menschen christlichen und muslimischen Glaubens um Frieden und Verständigung, aus ihrem Glauben heraus? Alles naiv? Nein, es ist theologisch fundiert. Christen sind aus muslimischer Perspektive keine „Ungläubigen“ (kafirun), sondern – wie Juden – als „Leute des Buches“ und als Monotheisten geachtet. Auch wir Christen sind zur Achtung des muslimischen Glaubens aufgefordert. Aber es gibt bleibende Unterschiede, u. a. die Einschätzung von Jesus als wahrer Mensch und Gott oder als bloßer, wenn auch hoch geachteter, Prophet.
Konflikt oder Achtung
Religiös aufgeladene Konflikte existieren. Aber meist ist nicht Religion der Hauptfaktor, sondern eine Mixtur aus sozialen und politischen Problemen, die von Scharfmachern aus Moscheen, Kirchen und der Politik genutzt wird, um Hass und Spaltung zu säen. Hass und Extremismus können sich überall einnisten. Videos dieser Art werden auf allen Seiten verbreitet. Ein Miteinander funktioniert nur, wenn eine Haltung der Hochachtung gelebt wird. Ohne Arroganz und ohne Naivität. Klar hinsehen, wo die Herausforderungen liegen, und an einer gemeinsamen Vision arbeiten – das ist anstrengend, aber notwendig.

Sr. Petra Auzinger gehört dem Orden der Kreuzschwestern an. Sie wirkt als Seelsorgerin am Klinikum Wels-Grieskirchen.

Birgit Kubik, 268. Turmeremitin, berichtet von ihren Erfahrungen in der Türmerstube im Mariendom Linz. >>
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