Sr. Petra Auzinger gehört dem Orden der Kreuzschwestern an. Sie wirkt als Seelsorgerin am Klinikum Wels-Grieskirchen.

Ich, Johannes, sah vom Aufgang der Sonne her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen, mit lauter Stimme zu und sprach: Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten unseres Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben!
Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen: Danach sah ich und siehe, eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, gekleidet in weiße Gewänder, und trugen Palmzweige in den Händen. Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm.
Und alle Engel standen rings um den Thron, um die Ältesten und die vier Lebewesen. Sie warfen sich vor dem Thron auf ihr Angesicht nieder, beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen.
Da nahm einer der Ältesten das Wort und sagte zu mir: Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen?
Ich erwiderte ihm: Mein Herr, du weißt das.
Und er sagte zu mir: Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.
Schwestern und Brüder!
Seht, welche Liebe uns der Vater geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es. Deshalb erkennt die Welt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes. Doch ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der diese Hoffnung auf ihn setzt, heiligt sich, so wie er heilig ist.
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.
Das Wirken Jesu in seiner Heimat Galiläa beginnt im Matthäusevangelium mit der Bergpredigt. Für Jesus sind die Seligpreisungen besonders wichtig, sie stehen am Anfang der Predigt und geben die Richtung vor. Diese Sätze, die Jesus den Menschen seiner Zeit und uns zuspricht, sind Orientierung und Stärkung und machen deutlich, was Jesus unter einem gerechten Leben, einem Leben nach dem Willen Gottes versteht.
Es ist kein Zufall, dass die Seligpreisungen am Allerheiligentag vorgetragen werden. Denn Selige und Heilige haben sich an Jesu Leben und an seinen Worten orientiert. Sie hatten das Vertrauen (den Glauben), dass der Weg in der Nachfolge Jesu letztlich zu Gott führt. Und um Vertrauen geht es auch, wenn wir die Gräber unserer Verstorbenen besuchen und den Allerheiligentag feiern. Das ist einerseits ein Zeichen dafür, dass unsere Lieben auf Gott gehofft und an ihn geglaubt haben – auch wenn es vielleicht im Verborgenen geschah. Andererseits zeigt es unser eigenes Vertrauen, dass Gott sie und auch uns bei sich aufnimmt.
Ja selig sind jene, die arm sind, denn sie finden bei Gott ihre Wohnung. Sie sind zufriedene Menschen. Selig die Trauernden, sie wissen, Gott schenkt ihnen Trost. Glücklich sind die Gewaltlosen, sie werden reich beschenkt mit seinen Gaben. Freuen dürfen sich alle, die ein reines Herz haben, denn die Begegnung mit Gott wird sie erfüllen.
Der Autor und Liedermacher Gregor Linßen schreibt in einem seiner Gebete: „Herr, in deine Hände lege ich meine Angst, erlöse mich. Herr, in deine Hände lege ich dir mein Herz, erfülle mich.“

Sr. Petra Auzinger gehört dem Orden der Kreuzschwestern an. Sie wirkt als Seelsorgerin am Klinikum Wels-Grieskirchen.