Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
und Referentin für Spiritualität im
Pastoralamt der Erzdiözese Wien
Sie haben einen christologischen Ursprung, das heißt, sie sagen etwas über Christus aus. Um z. B. den Glauben daran auszudrücken, dass Jesus Christus zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch ist, wurde Maria als Jungfrau und als Mutter bezeichnet. Viele weitere Titel, mit denen Maria angerufen wird, kreisen um diese beiden Grundthemen und werden in verschiedensten Formen ausgeschmückt.
Ein weiterer zentraler Titel ist der der Königin. Die allerjüngsten Titel wurden von den Päpsten Johannes Paul II. („Königin der Familien“) und Franziskus („Mutter der Hoffnung und Trost der Migranten“) hinzugefügt. Viele der verwendeten Titel versuchen, die Rolle, die Maria im Heilsgeheimnis Christi spielt, zu beschreiben. Beispiele sind: Mutter Christi, Mutter des Erlösers, Mutter der Kirche oder auch Sitz der Weisheit, da Christus, die göttliche Weisheit, auf ihrem Schoß sitzt.
Andere greifen biblische Bilder auf, die verdeutlichen, wie Maria in den göttlichen Heilsplan eingebunden ist: Tempel des Heiligen Geistes, Tabernakel der ewigen Herrlichkeit, Wohnung, ganz Gott geweiht. Auch dass Maria von Christus, dessen Mutter und erste Jüngerin sie war, erlöst ist, wird zum Ausdruck gebracht: Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen, Königin, in den Himmel aufgenommen.
Wieder andere Titel deuten darauf hin, dass Maria aufgrund ihrer besonderen Aufgabe in der Heilsgeschichte Verehrung zuteil wird: liebenswürdige Mutter, geheimnisvolle Rose und lobwürdige Jungfrau. Schließlich gibt es viele Anrufungen, die der jahrhundertelangen Volksfrömmigkeit entstammen, da das gläubige Volk Maria seit jeher unter verschiedensten Titeln anruft, beispielsweise: Mutter des guten Rates, Heil der Kranken, Pforte des Himmels oder Morgenstern.
Der Name der Lauretanischen Litanei stammt übrigens vom italienischen Wallfahrtsort Loreto, wo die älteste Version dieser Litanei aus dem Jahr 1531 überliefert ist.

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
und Referentin für Spiritualität im
Pastoralamt der Erzdiözese Wien

Birgit Kubik, 268. Turmeremitin, berichtet von ihren Erfahrungen in der Türmerstube im Mariendom Linz. >>
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