Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
und Referentin für Spiritualität im
Pastoralamt der Erzdiözese Wien
Am 7. Oktober fand die Seeschlacht von Lepanto statt, ein historisches Ereignis. Vor der Westküste Griechenlands, in der Meerenge vor der Hafenstadt Naupaktos, die auf Italienisch Lepanto heißt, besiegten die von Papst Pius V. organisierten Heere der sogenannten Heiligen Liga – eine Allianz aus Spaniern und Venezianern – überraschend die Flotten des Osmanischen Reiches. Pius V. schrieb den Sieg der Fürsprache der Gottesmutter und der Kraft des Rosenkranzgebetes der Gläubigen zu. Aus Dankbarkeit führte er das Fest „Unserer lieben Frau vom Rosenkranz“ ein und legte es auf den 7. Oktober fest.
Es war nicht das erste Mal, dass Christen ihre Rettung aus Not und Gefahr der machtvollen Hilfe der Gottesmutter Maria zuschrieben. Davon zeugt der orthodoxe Hymnus Akathistos aus dem frühen 7. Jahrhundert. Im Jahr 626 belagerten Awaren und persische Sassaniden die Stadt Konstantinopel. Der damalige Patriarch organisierte eine Prozession mit einer Ikone der Gottesmutter, bei der der Hymnus Akathistos zum ersten Mal gesungen wurde. Die Stadt wurde gerettet, und das Volk war überzeugt, dass dies der Gottesmutter zu verdanken war. Dasselbe wiederholte sich später in den Jahren 678 und 718, als die Stadt vor dem Kalifat der Umayyaden bewahrt wurde.
Der Rosenkranzmonat Oktober erinnert somit nicht nur an die Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571, sondern ist auch ein lebendiges Zeugnis dafür, dass sich Christinnen und Christen seit jeher in Notsituationen der Fürsprache Mariens anvertrauen. Neben dem „Engel des Herrn“, einem biblisch begründeten Gebet, ist das „Sub tuum praesidium confugimus“ („Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir“) das wahrscheinlich älteste Mariengebet. Es reicht ins dritte Jahrhundert zurück. Schon damals vertrauten sich die Gläubigen Maria wie einer beschützenden Mutter an – ermutigt durch die Worte, die Jesus vom Kreuz herab zu seinem Lieblingsjünger sprach: „Siehe, deine Mutter.“

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
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Birgit Kubik, 268. Turmeremitin, berichtet von ihren Erfahrungen in der Türmerstube im Mariendom Linz. >>
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