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Friede deinen Grenzen

GLAUBENS_GUT

Gott sei Dank gibt es Grenzen Teil 1/4

 

Wer für andere da ist, muss die eigenen Grenzen kennen. Grenzen zu achten, ist eine Haltung, die sich durch alle Bereiche des Lebens zieht.

Ausgabe: 19/2026
05.05.2026
Sanduhr im Sonnenuntergang
Sanduhr im Sonnenuntergang
© photosaint/AdobeStock

Angesichts der vielen politischen und persönlichen Grenzüberschreitungen, von denen die Nachrichten täglich berichten, geben klare Grenzen Halt. Wer Grenzen unaufgefordert überschreitet, verletzt auf verschiedenen Ebenen: Gefühle, Leib und Seele, aber auch Gesetze und Recht. Die Folgen sind vielfältig, oft aber negativ, und sie haben das Potential, Leben oder Vertrauen zu zerstören. 

 

Grenzen schützen das Leben


Es braucht also Grenzen, die schützen und Orientierung sowie Halt bieten. Dort, wo sinnvolle Grenzen gesetzt und eingehalten werden, entstehen geschützte Gestaltungsfreiräume für alle Lebewesen. Dort wachsen Vertrauen und Sicherheit. Wo Grenzen geachtet werden, werden Wertschätzung und Würdigung gelebt.

 

Die Zeit ist begrenzt


Jedes Leben ist geschenkt und endlich. Angesichts der begrenzten Zeit, die alles Leben hat, steigt die Kostbarkeit des Augenblicks, der Lebensdauer. Durch meine natürlichen Grenzen bin ich beauftragt, den Bereich innerhalb dieser zeitlichen Grenze zu würdigen und zu achten. Das bedeutet für mich, meine körperliche und seelische Gesundheit im Blick zu haben und meine Lebensgewohnheiten entsprechend auszurichten. Ich bin aufgerufen, meine Grenzen auszuloten, sie zu akzeptieren oder dort, wo sie geweitet werden können, auch auszubauen. Meine körperliche Fitness kann unterstützt und gefördert werden; meine geistige und spirituelle Kapazität kann durch entsprechende Inhalte, Übungen und Erfahrungen in neue Bahnen gelenkt werden. Ich kann entlang der Grenzen oder innerhalb der Grenzen mein Leben sinnvoll und genussvoll gestalten.

 

Entlang der Grenzen berühren wir einander


Meine Grenze berührt deine Grenze. Im achtsamen Umgang damit können wir gemeinsam leben. Dies bedeutet, dass wir einander kennenlernen und annehmen, so wie wir sind, oder auch Grenzbereiche benennen sowie unser Ja und Nein definieren. Um dies tun zu können, müssen wir unsere Bedürfnisse benennen und im täglichen Leben auch berücksichtigen. Eine ehrliche und verständliche Kommunikation unterstützt uns, unsere heiligen Bezirke, unsere wunden Stellen, zu schützen. Dort, wo diesbezüglich Unklarheiten bestehen, kann es zu Grenzverletzungen kommen, die kränken und Verbindungen abtöten. 

 

Die eigenen Grenzen mitteilen


Jeder Mensch hat einen „heiligen Bezirk“, einen Wert, ein Geheimnis, eine Sehnsucht, die er in sich bewahrt. Wer sich dessen bewusst ist, kann diesen Bereich abstecken, benennen und auch entsprechend schützen. Solche Werte können z. B. Verlässlichkeit, Treue, Vertrauen oder Spiritualität sein. Dafür lohnt es sich zu leben und, gegebenenfalls, auch zu sterben. In diesen Bereichen sind wir besonders empfindlich und berührbar. Ich schütze das, was mir wertvoll ist, was mir Sinn und Lebensenergie vermittelt.
Ich setze klare Grenzen, um diese Werte zu bewahren, und ich fordere von anderen ein, dass sie diese Grenzen akzeptieren und einhalten. Es braucht Mut, Konsequenz und meine Klarheit, dies zu tun. Damit kann ich aber auch in Beziehungen Achtung und Würdigung dessen, was mich ausmacht, erfahren.

 

Zusage


„Gott verschafft deinen Grenzen Frieden.“ 
Psalm 147,14

Buchtipp: Angelika Gassner, Eigene und fremde Grenzen achten, Spirituelle Impulse für einen guten Umgang mit mir selbst und anderen. Schwabenverlag 2024, € 25,50
Buchtipp: Angelika Gassner, Eigene und fremde Grenzen achten, Spirituelle Impulse für einen guten Umgang mit mir selbst und anderen. Schwabenverlag 2024, € 25,50
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