Sr. Petra Auzinger gehört dem Orden der Kreuzschwestern an. Sie wirkt als Seelsorgerin am Klinikum Wels-Grieskirchen.
E-Mails am Computer, WhatsApp-Nachrichten am Smartphone und jetzt auch noch die ID-Austria – viele ältere Menschen fühlen sich von der fortschreitenden Digitalisierung belästigt und stellen sich die Frage: „Muss ich das in meinem Alter noch lernen?“
Dabei kann der Zugang zur nicht mehr ganz neuen Welt des Internets eine Form der Teilhabe am Leben sein. Wer lernt, über Messengerdienste zu kommunizieren oder mit den Enkelkindern über Video zu sprechen, bleibt am Laufenden. Es kann sich also auszahlen, im Alter noch Neues zu erlernen und zu entdecken.
Diese Erfahrung machen Senior:innenbildnerinnen in ihrer Arbeit wiederholt: „Immer wieder gibt es Aha-Erlebnisse von Teilnehmern – und dann kommt der Stolz: Ich konnte das vorher nicht, jetzt kann ich es.“ Das ist für den Selbstwert enorm wichtig, meint Andrea Klotz vom Katholischen Bildungswerk Tirol. Sie macht in ihrer Arbeit mit älteren Menschen immer wieder die Erfahrung: Es ist gerade im Alter ein gutes Gefühl, etwas Neues zu erlernen und Probleme selber lösen zu können. „Das nennt man in der Fachsprache Selbstwirksamkeit. Aber die Leute sagen nicht: Ich habe mich heute selbstwirksam erlebt, sondern: Ich hatte einen guten Tag.“ Deshalb heißt eine neue Initiative der katholischen Bildungswerke auch „GUTE TAGE“ Senior:innenbildung.
In Trainingsgruppen wird das gemeinsame Lernen gepflegt: Gedächtnistraining und Sprachübungen, die zum Beispiel mit Jahreszeiten und christlichen Festen verbunden sind, setzen beim Alltag an und stärken das Selbstwertgefühl. Auch digitale Bildung wird immer wichtiger. „Mit unseren Onlinekursen kommen wir auch in entlegene Dörfer in ganz Tirol“, erzählt Andrea Klotz. Studenten und Trainerinnen fahren in die Ortschaften und helfen ganz konkret, in Kleingruppen Handyprobleme zu lösen. Astrid Gaisberger vom Katholischen Bildungswerk Oberösterreich sieht die digitale Senior:innenbildung als wichtige Ergänzung zum Lernen in der Familie: „Wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, möchten sie mit mir reden und keinen Handykurs machen. Das Gleiche gilt, wenn die Enkelkinder kommen. In Kursen lernt man anders, die Trainer sind geschult.“ Oft müssen Ängste abgebaut werden: „Das Handy wird nicht explodieren, wenn man auf etwas Falsches klickt“, meint sie lachend.
Auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) wird immer mehr zum Thema, die Unsicherheiten sind teilweise groß. Natürlich gibt es oft einen inneren Widerstand gegen das Neue: weil man Angst hat vor dem Scheitern. Aber das gehört immer dazu, wenn man sich ein bisschen aus der Komfortzone herausbewegt. Manchmal hilft auch Humor: „Cookies sind keine Kekse zum Essen, sondern digitale Merkhilfen für Webseiten“, weiß inzwischen auch der Kabarettist Günther Lainer, der die Bildungswerk-Initiative „GUTE TAGE“ unterstützt: „Man sollte sich immer wieder fragen: Wann habe ich das letzte Mal was zum ersten Mal gemacht?“
LIMA, SelbA, Mitten im Leben, alt jung sein, Selbstbestimmt aktiv sein im Alter ... Mit diesen Programmen begleiten die katholischen Bildungswerke das Älterwerden.Österreichweit gehören diese Angebote in Zukunft zur Dachmarke „GUTE TAGE“ und stehen allen offen, die ihre Zukunft nicht einfach dem Schicksal überlassen wollen – wie Christa Kummer und Günther Laimer.
Jeden Tag werden wir älter. Manchmal wird uns das besonders deutlich bewusst. Das Alter dankbar anzunehmen und die Zeit aktiv zu nützen – das unterstützen die katholischen Bildungswerke mit ihrer Dachmarke „Gute Tage“

Sr. Petra Auzinger gehört dem Orden der Kreuzschwestern an. Sie wirkt als Seelsorgerin am Klinikum Wels-Grieskirchen.

Birgit Kubik, 268. Turmeremitin, berichtet von ihren Erfahrungen in der Türmerstube im Mariendom Linz. >>
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>