Die Theologie ist ein breit gefächerter Bereich. Die Europäische Gesellschaft für Katholische Theologie bietet den Wissenschaftlern der jeweiligen Disziplinen die Möglichkeit, sich auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Martin M. Lintner ist neuer Präsident des Forschungsnetzwerks.
Über sprachliche und kulturelle Grenzen hinaus versucht der Europäische Theologenverband „die einzelnen theologischen Fächer miteinander immer wieder neu ins Gespräch zu bringen und international zu vernetzen“, sagt der Brixener Moral- theologe Martin M. Lintner. Insgesamt sind es mehr als 800 Theologen aus 20 europäischen Ländern, die der Gesellschaft angehören. Großes Augenmerk wird auf die Förderung der Jungwissenschaftler gelegt. In diesem Bereich will man gezielt Jungtheologen aus den mittel- und osteuropäischen Ländern in den gesamteuropäischen Bereich integrieren. „Entstanden ist die Gesellschaft 1989, zur Zeit des Mauerfalls. Ich glaube, es ist ein gegenseitiger Lernprozess zwischen der westlichen Theologie und der Theologie in Mittel- und Osteuropa, die lange durch einen staatlich verordneten Atheismus geprägt war. Unsere Gesellschaft bietet den Theologen ein Forum, sich mit diesen unterschiedlichen Situationen, aber auch mit den gemeinsamen Herausforderungen in Europa auseinanderzusetzen, mit denen wir als Theologen und als Kirche konfrontiert sind.“
Eingespannt
Aufgaben hat Pater Martin M. Lintner viele. Für Freizeitaktivitäten wie das Bergwandern bleibt momentan wenig Zeit. Neben seiner neuen Leitungsfunktion ist er Professor für Moraltheologie in Brixen, weiters unterrichtet er an der freien Universität in Bozen im „Studium Generale“ Ethik. Als Mitglied des Servitenordens, in den er 1993 eintrat, ist er außerdem aktiv in seiner Gemeinschaft in Innsbruck eingebunden. Kennengelernt hat er die Serviten in seiner Jugend über den Wallfahrtsort Maria Weißenstein in Südtirol, der ganz in der Nähe von Aldein liegt. Dort ist er gemeinsam mit seinen vier Brüdern auf einem Bergbauernhof aufgewachsen.