Sind die jüngsten Aussagen des Papstes wirklich revolutionär? Ein Kommentar von Hans Baumgartner.
Ausgabe: 2013/39, Revolution, Papst, Franziskus
24.09.2013
- Hans Baumgartner
„Revolutionär“ sei es, was der Papst in seinem jüngsten Interview gesagt habe; und vom „Entstauben“ alter Kirchenhüte war die Rede. Bei genauem Hinsehen wird allerdings deutlich: Es geht dem Papst nicht um eine grundlegende Änderung der Morallehre. Da sieht er sich als „treuen Sohn“ seiner Kirche. Worum es ihm geht, sind zwei Dinge: Um eine andere Begegnung mit den Menschen. Er will sie abholen in ihren Sorgen, Nöten und Hoffnungen – und sie nicht mit einem Katalog von Glaubens- und Moralsätzen erschlagen. Und er will verhindern, dass die zentrale Botschaft vom liebenden, barmherzigen Gott durch das ewige „Predigen“ von zweit- und drittrangigen „Geboten“ verdunkelt und verdrängt wird. Vielleicht ist das ja wirklich revolutionär?