Niemand kann so recht sagen, wie es weitergehen wird, vor allem nicht, ob Gutes zu erhoffen ist. Also Vorsicht, raten viele. Ob das der richtige Weg ist? Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger.
Ausgabe: 2013/41, Leitartikel, Zukunft
08.10.2013
Etwas Zuverlässiges über die Zukunft zu sagen, fällt selbst den Expertinnen und Experten zunehmend schwer. Bewegte Zeiten sind unsichere Zeiten – und unserer Welt scheint in fast Allem in Bewegung geraten: politisch, in religiöser Hinsicht, kulturell, das Klima betreffend, die Wirtschaft. Niemand kann so recht sagen, wie es weitergehen wird, vor allem nicht, ob Gutes zu erhoffen ist. Also Vorsicht, raten viele. Sie sehen die Gefahren und sagen, was man alles unterlassen soll – damit man die Zukunft nicht verspielt. Nicht die Vorsicht, aber die Vorsehung stellt die christliche Tradition vor Augen. Es ist nicht in erster Linie die Gefahr, es ist das „gelobte Land“, das vorne liegt. Die Zukunft wird nicht gottverlassen sein. Die Vorsicht ist geleitet von Angst. Ein bloß vorsichtiger Mensch wird nur „sichere“ Wege gehen – aber diese führen an den schönsten Orten meistens vorbei. Vorsehung hingegen lebt aus einer Vision. Sie traut der Verheißung. Nicht Angst, Vertrauen ist ihr Nährboden. Was immer geschieht: Gott wird da sein. Wer aus der Vorsehung lebt, muss deshalb nicht unvorsichtig sein, aber selbst durch die Sorgenfalten wird ein Freudestrahlen zu spüren sein – sonst wäre sie schon verspielt: die Zukunft.