Vor Lampedusa sind bis jetzt fast 200 Tote aus dem Meer geborgen worden, darunter Kinder und Schwangere. Ein Ende des Flüchtlingsdramas ist nicht in Sicht. Ein Kommentar von Susanne Huber.
Ausgabe: 2013/41, Kommentar, Lampedusa
08.10.2013
- Susanne Huber
Sie waren kurz vor ihrem Ziel, 500 Menschen aus Somalia und Eritrea, als ihr Boot vor Lampedusa kenterte. Auf der Flucht vor Gewalt, vor Armut, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. Bis jetzt sind fast 200 Tote aus dem Meer geborgen worden, darunter Kinder und Schwangere. Wiederholt kommt es zu solchen Dramen. Papst Franziskus hat die Tragödie als Schande bezeichnet. Ja, es ist eine Schande. Die, die überlebten, machen sich nun als illegale Einwanderer strafbar. Und auch jene, die den Flüchtlingen vor dem Ertrinken geholfen haben, können dafür bestraft werden. Es fehlt an brauchbaren, konstruktiven Lösungen hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik. Ganz Europa ist hier gefordert, endliche aufzuwachen und seine menschenverachtende und unsolidarische Flüchtlingspolitik zu überdenken.