Sie ist ein Engel auf Erden – im wahrsten Sinne des Wortes. Sr. Angelique Namaika kümmert sich um Frauen und Mädchen, die durch die brutale Rebellengruppe Lord‘s Resistance Army im Kongo Gewalt erfahren haben. Dafür wurde sie am 30. September mit dem Flüchtlingspreis des UN-Hochkommissariats (UNHCR) geehrt.
Sie sind gefürchtet und bekannt für ihre Brutalität. Die Rebellen der Lord‘s Resistance Army treiben seit mehr als einem Jahrzehnt im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ihr Unwesen. Sie vertreiben Menschen, verschleppen, verstümmeln und vergewaltigen Frauen und Mädchen. Jene, die den Fängen der Rebellen entkommen sind und überlebt haben, sind traumatisiert. Nicht selten werden sie dann von ihren Familien diskriminiert und ausgegrenzt. Schwester Angelique Namaika hilft den Betroffenen, ihre schrecklichen Erlebnisse zu überwinden und ein neues Leben aufzubauen. In ihrem Zentrum für „Reintegration und Entwicklung“ in Dungu bietet sie den Opfern psychologische Unterstützung, Schulunterricht und eine Berufsausbildung, damit sie sich eine eigene Existenz aufbauen können.
Humanitäre Heldin trifft Papst
Die 46-jährige Kongolesin trat 1990 bei den Ordensfrauen der Augustinerinnen ein. Den Anstoß dazu gab eine deutsche Ordensfrau, die sich in Angelique Namaikas Heimatdorf für kranke Menschen einsetzte. „Ich war damals noch ein Kind und Schwester Tone war mein großes Vorbild. Da sie kaum Zeit hatte sich auszuruhen, wollte ich so werden wie sie, um ihr zu helfen.“ Für UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres ist die Nonne „eine humanitäre Heldin“, die mit ihrem Einsatz bewiesen hat, dass eine einzelne Person das Leben ganzer Familien verändern kann. „Ich werde niemals damit aufhören, Menschen Mut und Hoffnung zu geben, wieder zu leben“, so die Ordensfrau aus dem Kongo. Am 2. Oktober ist sie von Papst Franziskus im Vatikan empfangen worden.