Erstmals wurde ein Vertreter der kleinen evangelisch-methodistischen Kirche zum Vorsitzenden des Ökumenischen Rates gewählt. Lothar Pöll (62) tritt am 1. Jänner das neue Amt an.
Ausgabe: 2013/43, Pöll, Ökumenischer Rat, methodistische Kirche
22.10.2013
- Hans Baumgartner
In Österreich zählen gerade einmal 1500 Gläubige in zehn kleinen Gemeinden zur methodistischen Kirche; weltweit ist sie aber fast so groß wie die lutherische Kirche. Lothar Pöll ist seit 2001 Superintendent der Methodist/innen. Zuvor war er 27 Jahre Pfarrer (Pastor) in Salzburg und Linz. Bereits in dieser Zeit habe er intensive ökumenische Kontakte gepflegt, „aus persönlicher Überzeugung, aber auch, weil unserer Kirche neben dem sozialen Engagement die Ökumene besonders wichtig ist“, sagt Lothar Pöll. Dass er nun als kommender Vorsitzender des Ökumenischen Kirchenrates beides vereinen kann, die Förderung der landesweiten Ökumene und das Soziale, freue ihn. So ist es ihm ein großes Anliegen, „das Ökumenische Sozialwort nach zehn Jahren den neuen Herausforderungen und Entwicklungen anzupassen. Wir müssen diesen wichtigen Kompass nachschärfen, für uns als Kirchen – und für die Gesellschaft.“
Elektrotechniker, Theologe, Pfarrer
Von Jugend an in seiner Kirche aktiv hat der geborene Wiener bald bemerkt, dass der eingeschlagene Weg als Elektrotechniker „nichts für mich ist“. Er studierte Theologie und wurde Pfarrer. In Salzburg feierte seine Gemeinde in einer katholischen Unterkirche Gottesdienst. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft zum Pfarrer, „der mir den Schatz katholischer Spiritualität geöffnet hat.“ Als Superintendent hat sich Pöll dann besonders für den Ausbau der Zusammen- arbeit mit den evangelischen Kirchen AB und HB engagiert (gemeinsamer Religionsunterricht, Vikarsausbildung, Pfarrer/innen-Tage).