Zunächst und im ursprünglichen Sinn ist der Wortteil „Latein“ der entscheidende. Etwas spöttisch bezeichnete man schlechtes Latein eben als Küchenlatein oder „latinitas culinaria“. In der Folge hat sich daraus – oft bewusst oder spielerisch – die Verwendung von fehlerhaftem Latein oder unpassenden Übersetzungen entwickelt. Ein Pseudo-Latein sozusagen, wie folgendes Beispiel verdeutlicht:
- Ovum, ovum, quid lacus ego! Die lose Aneinanderreihung der lateinischen Worte: „Ei, Ei, was, See, ich“ wird zum Spaß mit: „Ei, ei, was seh ich!“, übersetzt.
Mit dem Ei ist man unversehens auch schon in der Küche angelangt. Hier trifft man auf die heute gängige Verwendung des Wortes Küchenlatein. Es ist eigentlich keine Sprache, sondern eine Sammlung von gastronomischen Fachbegriffen, die für ganz spezielle Arten der Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln stehen. Um noch einmal zum Ei zurückzukommen: wenn man es trennt, dann nicht von anderen Lebensmitteln. Vielmehr verarbeitet man für viele Süßspeisen Eidotter und Eiweiß extra, die saubere Trennung der beiden kann für Anfänger durchaus zur Herausforderung werden. Besonders viele kulinarische Fachausdrücke findet man beim Zubereiten von Fleisch.
- Beim Dressieren umwickelt man Fleisch oder Geflügel mit Küchengarn, um es in die gewünschte Form zu bringen. So werden etwa die Hühnerflügel an den Rücken gebunden, damit sie nicht anbrennen.
- Das Sautieren leitet sich vom französischen „sauter“ ab, was so viel heißt wie „springen“. Die Fleischstücke fürs Geschnetzelte werden in heißem Öl kurz angebraten, dabei schwenkt man die Pfanne und das Fleisch springt an den Rändern hoch.
- Pariert der Fleischhauer den Braten, dann entfernt er ein Zuviel an Fett und Sehnen. Schröpft er den Schweinebraten, schneidet er, meist kreuzweise, das Fett ein, es kann im Rohr auslaufen und ergibt eine knusprige Haut.
- Ist der Braten fertig, tranchiert man ihn in einzelne Portionen oder Scheiben. «