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Versöhnung kann durch den gemeinsamen Aufbau eines zerstörten Hauses g

Serie Widerstand und Versöhnung (9)
Ausgabe: 1998/37, Serie Widerstand und Versöhnung
09.09.1998
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Aus dem Nordkaukasus waren Timur Gaisanov und Madina Khadzieva aus Inguschetien, Lema Vissitov aus Tschetsche-nien, Adalina Kaitukova aus Nordossetien. Chris Hunter und Roswitha Jarman, Quäker aus Großbritannien, arbeiten seit drei Jahren im „Zentrum für Frieden und Gemeinwesenarbeit“ in Grosny. (1. Teil)Um zu verstehen, was Versöhnung im Nordkaukasus bedeutet, ist es nötig, die Geschichte zu kennen. Jahrzehntelang gab es Spannungen zwischen Rußland und Nordkaukasus. 1944 wurden Inguscheten und Tschetschenen von Stalin nach Kasachstan deportiert. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR kehren viele dieser Menschen nun zurück. In den letzten Jahren gab es in der Region zwei Kriege: 1994–1996 Tschetschenien gegen Rußland und 1992 Nordossetien gegen Inguschetien. Tschetschenen und Inguschen sind mehrheitlich Muslime, Nordosseten orthodoxe Christen.Frage: Wo erleben Menschen dieser Region Unversöhntheit?Adalina: Die deportierten Inguschen wollen in ihre Häuser zurück, obwohl die Nordosseten das verhindern wollen. Timur: In Wirklichkeit ist das nicht so eindeutig. Man sagt, daß die Nordosseten und Inguschen nicht zusammenleben können. Aber es gibt Beispiele, wo Leute Tür an Tür leben, oft auch gemeinsam den Haushalt führen. Trotzdem ist es für die Menschen unbegreiflich, wenn sie ihre Häuser verlassen sollen.Frage: Was gibt Euch Kraft?Timur: Ein Treffen wie die Ökumenische Versammlung in Graz gibt uns viel Kraft. Ich sehe meine Aufgabe hier darin, viele Leute kennenzulernen, Kontakte zu Engagierten der Friedensbewegung zu schaffen und Erfahrungen auszutauschen.Frage: Was könnt Ihr gegen Feindbilder tun?Elena: Ein Schritt könnte sein, daß die Leute zusammenkommen, um sich besser kennenzulernen. Man muß sehen, daß es in allen Völkern Menschen gibt, die der Vernunft gehorchen. Wir müssen lernen, miteinander zu leben. Durch den Dialog können wir andere Menschen verstehen und ihnen verzeihen. Gut wäre es, wenn die Geistlichen beider Völker miteinander reden würden. Krieg ist in beiden Religionen Sünde. Eine weitere Möglichkeit sehe ich in gemeinsamer Arbeit der Menschen, z. B. ein konkretes Haus wieder aufzubauen.
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