Ausgabe: 2002/40, Katze, Hund, Tiere, Franz von Assisi, Hase, Teresa, Tobias, Bartholomäus
01.10.2002
- Elisabeth Leitner
Tiere haben auf das Gemüt von Menschen großen Einfluss. Kinder lernen mit ihren Haustieren, Verantwortung zu übernehmen. Wegen ihrer positiven Wirkung werden Tiere in der Therapie eingesetzt. Sie sind Teil der Schöpfung. Erst der Mensch hat sie zum „Nutztier“ gemacht. Über die Seelentröster auf vier Pfoten bringt die Kirchenzeitung einige Impulse zum Nachdenken.
Seelentröster auf vier Pfoten
Bei alt und jung, bei Singles und Familien: Haustiere vermitteln Wärme und Geborgenheit
„Haustiere wirken besser aufs Gemüt als Ehepartner“: Rechtzeitig zum Namenstag Franz von Assisi (4. Oktober) konnte das Ergebnis einer neuen Studie über Mensch und Tier präsentiert werden.
Die positiven Auswirkungen der Vierbeiner auf das menschliche Gemüt überraschen nicht. Seit Jahren werden Haustiere als „tierische Therapeuten“ empfohlen, in Schulen eingesetzt, um soziales Verhalten, Einfühlungsvermögen und Verständnis für andere Lebewesen und damit auch für die Mitschüler/innen zu verbessern. In Altenheimen bringen Hund und Katz Wärme und Geborgenheit, in Krankenhäusern lockern sie die sterile Umgebung auf. Kinder können mit Tieren lernen, Berührungsängste zu überwinden und Verantwortung zu übernehmen.
Die neue Studie aus den USA belegt aufgrund einer Testreihe, dass Tierbesitzer/innen mehr Gelassenheit in der Bewältigung von Aufgaben zeigen und mit Stress besser zurecht kommen. Die Anwesenheit von Ehepartnern förderte jedoch die Nervosität und die Fehlerquote. In Österreichs Haushalten haben eine Million Katzen und 600.000 Hunde ein Zuhause. In Europa werden jährlich 250.000 Tiere ausgesetzt. Das sind die traurigen Seiten des Haustierdaseins. Mancher Kater führt ein recht eigenwilliges Leben.
Bartholomäus z.B., ein kastrierter Kater und Kraftlackel, eingeführt aus dem schönen Mühlviertel, muss sich nun mit der Enge einer Linzer Single–Wohnung begnügen.
Für zu wenig Aufmerksamkeit bestraft er seine Wohnungskollegin und beißt sämtliche Kabel – vom Computer bis zum Telefon – durch. Jüngst vereitelte Bartholomäus gar das Vorhaben der Hausherrin, einen gemütlichen Fernsehabend zu verbringen, indem er flugs das Antennenkabel entzweite. Sein enormer Bewegungsdrang führt dazu, dass ihm kein Regal zu hoch, kein Vorhang zu schön ist, um nicht daran hoch zu klettern oder zu springen. Doch niemals könnte sich die 32-jährige Katzenbesitzerin Susi von ihrem „Barthi“ trennen.
Wenn sie nach Hause kommt, wird sie freundlich begrüsst, viele kuschelige Stunden haben beide schon im Wohnzimmer verbracht. Und in schweren Singlezeiten ist der Gefährte auf vier Pfoten auch ein Seelentröster.
Elisabeth Leitner
ZUR SACHE
Tiere und Wirtschaft
Während in Österreich ca. 1,6 Millionen Haustiere gezählt werden, die insgesamt 250 Millionen Euro an Futtermitteln verschlingen, gibt es in Deutschland 6,9 Millionen Katzen und 4, 7 Millionen Hunde. In Deutschland benötigen Katzenfreunde ca. 945 Millionen Euro für Futter. An Hunde und den Rest der Haustierbelegschaft (Hamster, Mäuse, Vögel, Meerschweinchen, ...) wird Tiernahrung im Wert von insgesamt 1,1 Milliarden Euro verfüttert.
Tipp: Von phantasievollen Produktnamen nicht täuschen lassen, Haustiere sind meist recht anspruchslos, einfache Kost genügt!
Tiere und Kirche
Ein Blick in den „Katechismus der katholischen Kirche“: „Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten. Es ist auch unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.“