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Die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung rief das Projekt ju-can im Jahr 2010 ins Leben, um junge Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren zu fördern, die Schwierigkeiten beim Einstieg in die Berufsausbildung haben. Das Projekt setzte auf eine langfristige Begleitung über einen Zeitraum von etwa einem Jahr.
Dieser Ansatz erwies sich in vielen Fällen als zielführend: Zahlreiche Jugendliche konnten dadurch den Einstieg in die Arbeitswelt schaffen. Das ganzheitliche Angebot verband psychische Stabilisierung, Arbeitstraining, Bewerbungstraining und Coaching. Im Mittelpunkt standen die Förderung sozialer Kompetenzen und die Entwicklung einer realistischen beruflichen Perspektive.
So etwa Maria Kloibhofer, die vor elf Jahren den Weg zu ju-can fand. Die damals 17-Jährige litt an Depressionen. „Ich hatte wenig Selbstvertrauen“, erzählt Kloibhofer heute. Bei ju-can konnte sie sich allmählich wieder orientieren und stabilisieren. „Hilfreich waren der niederschwellige Zugang und die extrem persönliche Betreuung“, erinnert sie sich. Besonders geholfen habe ihr, dass sie im Projekt unterschiedliche Tätigkeitsbereiche ausprobieren konnte. Gemeinsam wurde im Garten gearbeitet, gekocht oder an Fahrrädern geschraubt.
Maria Kloibhofer entdeckte dabei vor allem ihre Begeisterung für die Arbeit mit Computern. „Früher hätte ich mir das nie zugetraut. Aber dann habe ich entdeckt, dass genau das mein Ding ist.“ Sie absolvierte im Anschluss an ju-can erfolgreich eine Lehre in Informationstechnologie – Systemtechnik.
Heute kümmert sich die mittlerweile 28-Jährige um die IT-Infrastruktur eines Unternehmens und ist glücklich mit ihrem Beruf. „Ich kann mir nicht vorstellen, was anderes zu arbeiten“, sagt sie. Nachdem sie bereits den Bachelor in IT-Security absolviert hat, macht sie nun auch den Master in diesem Fach.
Erfolgsgeschichten wie jene von Maria Kloibhofer gibt es bei ju-can viele. Doch solche Entwicklungen wird das Projekt künftig nicht mehr begleiten können: Mit 30. Juni musste ju-can eingestellt werden. Grund dafür ist die Streichung der Fördermittel durch das Land Oberösterreich, von der auch weitere Projekte im Sozialbereich betroffen sind. Zuletzt wurden im Projekt noch 15 Jugendliche unterstützt.
Trotz intensiver Bemühungen konnte kein anderer öffentlicher Fördergeber gefunden werden. Eine ausschließlich private Finanzierung ist nicht realisierbar. „Ich finde es unverständlich, dass ju-can schließen musste. Es ist der falsche Ansatz, in diesem Bereich zu sparen“, betont Maria Kloibhofer.
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