Ein Pfarrprovisor tritt zurück. Eine Unterschriftenaktion läuft. Rechtsanwälte sind eingeschaltet. „In Linz setzen sie sich über unsere Pfarre einfach hinweg“, sagen manche.
Der Konflikt zwischen dem früheren Pfarrer von Wernstein KonsR Josef Siegl und dem seit einem Jahr amtierenden Pfarrprovisor DDr. Hubert Ritt hat letzte Woche einen Höhepunkt erreicht. Der frühere Pfarrer mischt sich in die Belange der Pfarre zu sehr ein, wird ihm vorgeworfen. „Alles nicht wahr, ich habe ein reines Gewissen“, rechtfertigt sich dieser. Von Verleumdungen ist die Rede – und es wird viel Schmutzwäsche gewaschen. Nach einem ausführlichen Vermittlungsgespräch im Bischöflichen Ordinariat in Linz sollte Ruhe einkehren. Doch Dr. Ritt erklärte am Tag darauf seinen Rücktritt. Da war Feuer am Dach. Eine Woche später ist nach Wernstein doch die Zuversicht zurückgekehrt. Dr. Ritt wird nun vielleicht bleiben. Der frühere Pfarrer Siegl wird seine Pensionierung ernst und zur Kenntnis nehmen müssen. Darauf drängt ihn ebenso die Diözesanleitung.
Auch in der Kirche gibt es Streit. Das kann gut, sogar fruchtbar sein – wenn in „Würde“ und mit Anstand gestritten wird. Eine Nachfolge in einer Pfarre ist um nichts leichter, als wenn in einer Firma oder auf einem Bauernhof „übergeben“ wird. Das hat eben Konsequenzen. Eine Zeit, in der beim Wort „Kirche“ die Menschen zuerst an „Konflikt" denken müssen, ist keine gute Zeit. Da stünde die Kirche ihrer eigenen Botschaft im Wege. So bleibt die Hoffnung auf eine bessere Zeit in Wernstein.