Vergangene Woche wurde der Dornbirner Pfarrer Wolfram Neumann zum neuen Superintendenten der reformierten Kirche in Österreich gewählt.
Da Superintendent Peter Karner in Pension geht, hat die Synode der reformierten Kirche Österreichs den Dornbirner Pfarrer Wolfram Christoph Neumann am Osterdienstag zu seinem Nachfolger gewählt. Der bereits im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit Gekürte sieht sich eher als „Übergangslösung“. Wenn die Synodalperiode 2006 zu Ende geht, will auch er das neue Amt weitergeben. Doch bis dahin will er die Zeit nutzen, um die neun Gemeinden seiner Kirche (19.400 Mitglieder) stärker zu vernetzen. „Wir in Vorarlberg wissen z. B. recht wenig über unsere Gemeinden in Linz, Wien oder Oberwart “, berichtet Neumann.Weiters sei ihm wichtig, dass seine Kirche in sozialen Fragen deutlich Position beziehe – für Asylanten, Frauen und Minderheiten, gegen den weiteren Sozialabbau und gegen die wachsende Verarmung. Neumann wurde 1941 in Posen geboren, musste zu Kriegsende fliehen und verbrachte seine Jugendjahre in der Lüneburger Heide. Er studierte in Bayern und Marburg Theologie und interessierte sich schon früh für die Seelsorge in der evangelischen „Diaspora“. So ging er 1967 mit seiner späteren Frau Sabine nach Wien, um noch während des Studiums österreichische Luft zu schnuppern. 1968 heirateten sie; 1970 wurden sie als erstes Theologenpaar gemeinsam ordiniert. Eine gemeinsame Pfarrerstelle bekamen sie offiziell nie übertragen, in der Praxis aber hielten sie es so. Nach Stellen in Niederösterreich und Kärnten ist Neumann seit 1982 Pfarrer der reformierten (H. B.) Gemeinde in Dornbirn.