Marcel war erst 22, als man ihn zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppte. Was für andere einen tiefen Schock bedeutet hätte, das hat Marcel Callo als Chance gesehen. Der junge französische Buchdrucker sah selbst die Zwangsarbeit im Hitlerdeutschland vor allem als Chance, unter jungen Menschen die Frohbotschaft Christi zu verbreiten. Ein Jahr später – am 19. April 1944 – wurde er von der Gestapo verhaftet. Er starb in Mauthausen.
Demnächst läuft sie wieder: „ Stell dir vor – Kirche“, die Werbeaktion der Katholischen Kirche in Oberösterreich. Mit Plakaten und anderen Mitteln wird Kirche in den Blick der Menschen gerückt. Man muss diese Plakate allerdings anders lesen, als man es gewohnt ist. Da geht es nicht um Preisvorteile oder um Artikel, die das Leben bequemer zu machen versprechen. Nicht als Käufer oder Kunden sind Menschen für die Kirche interessant. Für die Sache Jesu sollen sie sich ansprechen lassen. Es ist dieselbe Sache, für die sich ein seliger Marcel Callo begeistern ließ, oder ein hl. Florian.
Das verlangt von Menschen zunächst mehr als es verspricht. Und trotzdem haben viele die Erfahrung gemacht, dass man in Wirklichkeit das Leben erst gewinnt, wenn man sich in den Dienst anderer stellt. Ob die Entscheidung für einen Partner oder für ein Kind oder der Entschluss, auch ohne Lohn für andere etwas zu tun – immer ist das verbunden mit einem guten Stück an Einschränkung der eigenen Freiheit. Wer jedoch nie ein Stück Lebensfreiheit loslässt, wird am Ende nicht ein volles, sondern ein leeres Leben haben.