17 Mal hat Oberinspektor Derrick gegen ihn ermittelt. Doch mit 40 ist Thomas Astan ausgestiegen und wurde Ordensmann. Bei Vera spricht er über seinen „Schicksalstag“.
Aus 55 bewegten Lebensjahren exakt den einen Schicksalstag zu benennen, das ist nicht ganz leicht für Thomas Astan. Dann meint er doch, es sei der 15. August 1989 gewesen. Der Tag, an dem sich für den 40-jährigen Filmschauspieler und Theaterregisseur aus Berlin das Leben „total verändert hat“, weil er in den Orden der Salesianer Don Boscos aufgenommen wurde. „Ich war auf der Suche und lebte unter oberflächlichem Leistungsdruck. Erst die Aids-Erkrankung meines Assistenten am Theater führte mich zur Religion zurück.“ Doch in dem Probejahr im Orden, dem Test, ob diese Lebensform für den Mann „voller power“ wirklich die Alternative war, „brach alles auf. Ich musste das Loslassen lernen, mich von weltlichen Dingen verabschieden.“ Es brachte jedoch nicht nur für ihn die Wende: Auch „in der Welt brach alles auseinander. In diesem Jahr ist Altes zerbrochen und Neues entstanden.“ Und hätte er statt im Noviziat an der Eifel noch in Berlin gelebt, „ich wäre beim Fall der Mauer live dabeigewesen“.
Nach sechs Studienjahren der Theologie in Rom kehrte der Mime zwielichtiger Gestalten als Priester nach Berlin zurück, wo er die Seelsorge für Künstler übernommen hat. Mit seinen Kontakten hilft der Salesianer Don Boscos nun benachteiligten Kindern in aller Welt. Erst vor kurzem haben Thomas Astan und Horst Tappert, dessen Gegenspieler er bei „Derrick“ verkörpert hat, einen Fernsehwerbespot für Straßenkinderprojekte gedreht.