„Österreich ist keine Insel der Seligen.“ Das sagte schon Bruno Kreisky, als seinerzeit der internationale Terror auch in Wien zugeschlagen hatte. Inzwischen haben wir gelernt, dass europäische und globale Entwicklungen vor unserer Haustüre nicht Halt machen. Das gilt besonders für die raueren Winde aus der Wirtschaft, die nicht nur für ein Tief bei Konjunktur- und Arbeitsplätzen sorgen, sondern auch an vermeintlich sicheren Festungen wie Sozialstaat und Sozialpartnerschaft rütteln. So ist es nicht verwunderlich, dass über dem lang anhaltenden milden Klima des sozialen Ausgleichs Gewitterwolken aufziehen. Dass ausgerechnet aber Vertreter der Regierung, die besonders das Gemeinwohl im Blick haben sollten, zu den ersten gehören, die die Leute im Regen stehen lassen und etwa beim Ruf nach Arbeitszeitverläntgerung gleich mitheulen, lässt Schlimmes fürchten.