Der XX. Weltjugendtag in Köln ist Geschichte. Die Bühnen werden abgebaut, die „Benedetto“-Rufe sind verhallt, die Pilger abgereist. Nach knapp einer Woche des kollektiven Freudentaumels kehrt wieder der Alltag im Leben der jungen Menschen ein.
Der „neue Glaubens-schwung“, den sich Papst Benedikt XVI. von der Jugend erhofft hat, ist bei dem Großereignis tatsächlich eingetreten. Die Frage ist, ob mit dem Ende des Weltjugendtags auch dieser Aufschwung gleich wieder beendet ist. Eines ist klar: „Diese Stimmung kann man nicht 1:1 mit nach Hause nehmen“, weiß auch Jugendbischof Franz Lackner. Wie auch? Der Weltjugendtag ist eine konstruierte Wirklichkeit, die von einer im katholischen Alltag nicht existierenden Massendynamik geprägt ist. Es wäre naiv zu glauben, dass die Jugendlichen in Österreich jetzt scharenweise in die Kirchen strömen werden. Aber die Eindrücke, die sie aus Köln mitgenommen haben, sind sicher für jeden Einzelnen unvergesslich und prägend.
Eines hat der Weltjugendtag gezeigt: Junge Menschen sind begeisterungsfähig. Aber sie wollen auch etwas geboten bekommen. Nur so lässt sich erklären, warum der Papst von den Pilgermassen wie ein Popstar bejubelt wurde.
Um Jugendliche für das Wort Gottes zu begeistern, braucht es von Zeit zu Zeit so etwas, wie es der Weltjugendtag war: Ein Mega-Spektakel. Auch wenn das viele nicht hören wollen.