Es war eine Jahrhundertflut, die im August 2002 ganze Landstriche in Ober- und Niederösterreich unter Wasser gesetzt hat. Und doch ist erschreckend, wie rasch dieses Jahrhundert-Ereignis aus meinem Gedächtnis verschwunden ist. Und dabei war ich selbst betroffen. Im letzten Moment konnte ich Linz noch verlassen und fand nur durch Zufall eine Straße, die in Richtung westliches Niederösterreich passierbar war. Auch ein großer Teil meines Heimatortes stand damals unter Wasser. Und trotzdem ist die Katastrophe weit weg. Vor allem gefühlsmäßig. Doch mit den Fernsehbildern kommt die Erinnerung: wie Menschen fassungslos vor ihren verwüsteten Häusern stehen, sich nicht vorstellen können, dass das Leben jemals wieder in geordneten Bahnen laufen könnte.
Auch wenn die Flutopfer zumeist auf Grund des psychischen Stresses unfähig waren, es den Helfern/innen gegenüber deutlich auszudrücken: die Heerscharen von Leuten – darunter viele aus anderen Bundesländern–, die mit Gummistiefel und Schaufel anrückten, um Schlamm zu schaufeln, Gerümpel zu schleppen und um aufzuwaschen, waren ein Zeichen der Hoffnung. Sie gaben das Gefühl – zumindest tagsüber – dass man nicht allein ist. Dieses Zeichen der Solidarität und die Hilfszusagen von Firmen, Kirchen und öffentlicher Hand ließen Zuversicht aufkommen.
Daran erinnert nun Oberösterreichs Caritas Direktor Mathias Mühlberger. „Jetzt ist unsere Solidarität gefragt“, appelliert er. Und recht hat er.
Mit den Bildern von der Flut und den Verwüstungen kommt auch wieder die Erinnerung.