Ein Leben in der Ordensgemeinschaft. Für viele Jugendliche nur schwer nachvollziehbar. Der Linzer Bernhard Pühringer hat darin seinen Lebenssinn gefunden.
Schon seit der vierten Klasse Volksschule ist Bernhard fest entschlossen, Priester zu werden. Den ersten entscheidenden Schritt zur Verwirklichung seines Wunsches machte er am 28. August 2005. Zusammen mit dem 24-jährigen Christian Stuphann wurde er zum Hochfest des hl. Augustinus durch Abt Martin Felhofer in das Noviziat des Stiftes Schlägl aufgenommen. Christian Stuphann erhielt den Ordensnamen Frater Matthäus und Bernhard Pühringer wurde als Frater Maximilian eingekleidet. Im Frühjahr hat Bernhard Pühringer im Stiftergymnasium in Linz maturiert. Seit zwei Wochen nimmt er teil am gemeinschaftlichen Leben im Orden und fühlt sich bisher sehr wohl. Ein Jahr lebt er nun im Stift Schlägl, um daraufhin in Wien Theologie zu studieren, was ihm seinem Berufsziel des Priesters näher bringt. Durch seine jahrelange Tätigkeit als Ministrant im Linzer Dom war ihm die katholische Gemeinschaft schon immer sehr vertraut. Hier fühlt er sich gut aufgehoben. Der Entschluss des Jugendlichen, sich ganz dem kirchlichen Leben zu widmen, wurde nicht durch seine Familie geprägt. Er entstammt einem „normal-katholischen“ Elternhaus, wo es auch „keine Tragödie darstellt die sonntägliche Messe einmal auszulassen“, so beschreibt Bernhard Pühringer seinen familiären Hintergrund. Den Eltern fällt die Trennung von ihrem einzigen Kind schwer, sie unterstützen ihn aber in jeder Beziehung. Viele Altersgenossen des Novizen haben andere Zukunftspläne und können sich ein Leben als Priester oder Ordensmitglied nur schwer vorstellen. Bernhard Pühringers Anliegen ist es daher, wieder mehr Jugendliche für die katholische Kirche zu begeistern. Grund für den Rückgang von Priesterweihen in der katholischen Kirche seien möglicherweise die zahlreichen Angebote für Jugendliche und die heutige Schnelllebigkeit, vermutet Pühringer. Natürlich, so sagt er, habe auch er angesichts seines jungen Alters noch vieles vor sich und man könne nie genau wissen, was kommt, aber im Inneren ist er sich sicher den richtigen Weg zu gehen.