Die Theologin Gabriele Kienesberger ist neue Koordinatorin der „Allianz für den arbeitsfreien Sonntag“. Es geht ihr dabei um das Bewusstmachen eines hohen gesellschaftlichen Wertes und um den Schutz von Menschen. Als junge Theologin habe ihr die feministische Theologie einen neuen Blick auf ihren Glauben und auf ihre gesellschaftliche Verantwortung als Christin geöffnet, meint Gabi Kienesberger. Ein Impuls, der für ihr weiteres Leben entscheidend war. 1996 war sie als Koordinatorin für die Vorbereitung der 1. Europäischen Frauensynode in Gmunden verantwortlich. Als Mitarbeiterin der entwicklungspolitischen Zeitschrift „Südwind“ und des Österreichischen Informationsdienstes für Entwicklungszusammenarbeit (ÖID) waren ihr Frauenthemen ein besonderes Anliegen. Von 1998 bis 2000 war sie in Linz die erste hauptamtliche diözesane Frauenbeauftragte Österreichs. Sie habe dabei viele positive Erfahrungen gemacht, meint Kienesberger und verweist auf den Frauenförderplan der Diözese Linz. „Voraussetzung dafür war“, so Kienesberger, „dass man es nicht bei gut gemeinten Absichtserklärungen ließ, sondern dass die Diözesanleitung hinter dem Projekt stand und dafür auch die strukturellen Bedingungen schuf.“In den letzten Jahren arbeitete Kienesberger bei der europäischen Frauen-Entwicklungsorganisation WIDE in Brüssel. „Unsere Aufgabe war es vor allem, auf die Auswirkungen weltweiter Entscheidungen in Politik und Wirtschaft auf die Frauen in den armen Ländern aufmerksam zu machen.“ Der Schutz der Frauen ist ihr auch bei der Allianz für den freien Sonntag ein großes Anliegen, denn sie wären etwa von längeren Ladenöffnungszeiten am meisten betroffen. Sie sehe in der Allianz einen starken Anwalt für einen ganz wichtigen gesellschaftlichen Wert und für mögliche Betroffene.