Liebe Leserinnen und Leser! Zum ersten Mal darf ich mich als Bischof von Linz mit einem Grußwort an Sie richten. Ich bin glücklich, in einer Diözese Bischof sein zu dürfen, deren Hauptkirche der Gottesmutter Maria geweiht ist. Unter Marias mütterlichen Schutz möchte ich auch mein Wirken in der Diözese Linz stellen. Für mich ist der Dom ein Monument und Wahrzeichen christlichen Glaubens und ein imposantes Symbol für die Einheit und Gemeinschaft aller Gläubigen des Landes.
Hermann Hesse schreibt einmal: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beflügelt und beseelt.“ Auch ich stehe am Anfang einer neuen großen Aufgabe. Der Zauber, der mich beseelt, möge für mich das Licht von oben, der Heilige Geist, sein, den uns Christus als Beistand und Tröster verheißen hat. Vertrauensvoll wende ich mich dabei an die beiden Patrone der Diözese, den hl. Florian und den hl. Severin, die mir Fürsprecher bei Gott sein mögen.
Wir sind gerufen, im wachsenden Wogengang unserer Zeit Christus, das lebendige Wort, zu den Menschen zu tragen und ihnen den Weg zu zeigen zum wirklichen Leben. Mein Diensamt will ich in diesem Sinn als „Christus-Träger“ sehen. Der Bischof wird so zum Lastträger Gottes, zum Träger des lebendigen Wortes. Er handelt nicht im eigenen Namen, sondern er ist Treuhänder eines anderen, nämlich Jesu Christi und seiner Kirche. Er ist nicht da, seine Privatideen auszubreiten, sondern er ist ein Gesandter, der eine Botschaft zu überbringen hat, die größer ist als er.
Die pastorale Liebe soll Mitte und Inbegriff meines bischöflichen Handelns sein. Diese Liebe lässt uns, wie der hl. Johannes Bosco sagt, das Heil der Menschen suchen und Gott allein dienen.
In diesem Sinne freue ich mich auf die Begegnung mit Ihnen. Als Leser und Leserinnen der Kirchenzeitung stehen Sie ja mit mir und mit der ganzen Diözesein Verbindung. Ich bitte Sie auch um Ihr Gebet, denn an Gottes Segen ist alles gelegen.Mit Segenswünschen Dr. Ludwig SchwarzBischof von Linz