Ich habe lange kein Auto besessen und bin mit keinem selbst gefahren. Ich ließ mich chauffieren, fuhr mit Öffis und das war ganz gut so. Meistens. Als Fußgängerin und Radfahrerin eroberte ich mir recht selbstbewusst Linzer Zebrastreifen, Seitenstraßen und Einbahnen. Kein Spalt, bei dem ich nicht durchkam, keine Warteschlange, die ich nicht flugs hinter mir ließ. Als spätberufene Autofahrerin lernte ich die Straße kennen. Von der anderen Seite. Auf einmal stand da wieder ein Radfahrer neben mir. Wo kam der denn her? Aufpassen. Zeit lassen, sagte ich mir. Schön langsam wurde mir klar, wie gefährlich so manche städtische Radtour sein kann. So enge Straßen, so wenig Platz. Kein Radfahrweg in Sicht. Ein Jammer. Für beide.Und dann das: ein joggender Fußgänger, eine Art „Fußläufer“ biegt um die Ecke, fetzt über den Fußgängerübergang setzt zum Zielsprint am Zebrastreifen an. Nur keine Zeit verlieren. Im Stadion wäre das ein Rekord. Aber hier bedingt das läuferische Können bei mir kurzzeitig Herzrasen. Hauptsache der Mann aus dem Nichts hat sein Tempo gehalten. Der Radler neben mir und ich – wir bleiben gerade noch stehen. „Das war knapp. Nur net hudeln“, schreit er mir zu. Finde ich auch. Aber beim Sport kenne ich mich wirklich nicht aus.