Mit schweren Verwüstungen sind Katrina und Rita über die US-amerikanischen Südstaaten hinweg gezogen. Angesichts des Leids so vieler Menschen, besonders der Armen, ist Schadenfreude unangebracht. Erinnert aber darf schon daran werden, wie großspurig US-Präsident Bush den Beitritt seines Landes zum Klimaschutzabkommen (Kyoto-Protokoll) abgelehnt hat. Man werde das eigene Land durch höhere Dämme und Wälle schützen, meinte er. Aber auch Österreich hat keinen Grund, sich auf die Schulter zu klopfen. Es liegt bei den Treibhausgasen bereits um 28 Prozent über den vertraglich vereinbarten Kyoto-Zielen. Und die Maßnahmen der Regierung lassen nicht erwarten, dass es bei den – vor allem verkehrsbedingten – Zuwächsen bald zu einer Umkehr kommt.
Hans Baumgartner
UnhaltbarerVorwurf
Kroatien fällt es schwer, die leidvolle Kriegsgeschichte aufzuarbeiten. So zeigen vielerorts Bilder und Aufschriften Ante Gotovina als Held. Jenen Ex-General, der 2001 untergetaucht ist, weil ihn das UNO-Tribunal als Kriegsverbrecher sucht. Im März 2005 in Den Haag noch immer nicht eingetroffen, wurde sogar der Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen auf unbestimmte Zeit vertagt. Um so unfassbarer ist nun der von Chefanklägerin Carla Del Ponte in der Vorwoche erhobene Verdacht, die Kirche würde den Gesuchten schützen. Selbst Menschenrechtsgruppen des Landes entgegneten ihr: „Den Haag beruft sich auf die Praxis der Kirche in den 40-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Aber sie ist nicht mehr so, wie sie damals war.“