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Mitdenker, nicht Vordenker

Generalvikar DDr. Severin Lederhilger im Gespräch mit der Kirchenzeitung
Ausgabe: 2005/39, Lederhilger, Generalvikar, Bischof, Ordensleute, Schwarz
29.09.2005
- Matthäus Fellinger
Zwei Ordensleute stehen an der Spitze der Diözese Linz: Bischof Dr. Ludwig Schwarz und DDr. Severin Lederhilger. Bischof und Generalvikar, das ist für Lederhilger ein Verhältnis wie Abt zu Prior. Der Abt leistet den wichtigen Dienst der Einheit. Und der Prior kümmert sich um die Alltagsbelange.

Haben Sie sich gefreut, als Sie vom Bischof gebeten wurden, Generalvikar zu werden?

Lederhilger: Freude ist nicht der richtige Ausdruck, da ich schon als stellvertretender Generalvikar wusste, welche Verantwortung mit diesem Amt verbunden ist. Wohl aber freue ich mich über den Vertrauensbeweis.

Haben Sie sich vorher schon gekannt?

Lederhilger: Über einige Gespräche im Sommer haben wir uns kennen gelernt. Vielleicht war dem Bischof mein Name aus meiner wissenschaftlichen Tätigkeit oder von einigen Aufträgen für die Bischofskonferenz bekannt.

Wo liegen Ihre Gemeinsamkeiten?

Lederhilger: Wir sind auf einem gemeinsamen Weg des Hinhörens – nicht nur aufeinander, sondern auch wir beide gemeinsam auf die Gremien, mit denen es zusammenzuarbeiten gilt und auf die Menschen, für die wir da sind.

Ein Kirchenrechtler als Generalvikar. Gilt es etwas „in Ordnung” zu bringen?

Lederhilger: Ich glaube, Bischof Ludwig hat mich ausgewählt, weil ich ein Mann der Kontinuität bin, der die Diözese gut kennt, der so manches klärend und erklärend helfen kann. Da wird auch meine pastorale und theologische Kompetenz wichtig sein, nicht nur meine Erfahrung im Kirchenrecht.

Bleibt es beim Personalplan und bei den Richtlinien für die Seelsorge in der Zukunft, die in den letzten Jahren erarbeitet wurden?

Lederhilger: Bischof Ludwig ist sehr offen für die Situation in der Diözese Linz. Es gibt keine Anzeichen für grundsätzliche Veränderungen. Wohl aber wird er seine Akzente einbringen.

Als Personalchef müsssen Sie mit der schwierigen Situation des Priestermangels umgehen. Sehen Sie Lösungen?

Lederhilger: Ich sehe mich nicht als denjenigen, der die Lösungen bringt, eher als Koordinator der vielen, die mitdenken, um die steigenden Probleme guten Lösungen zuzuführen. Ich bin nicht der große Vordenker, sondern ein mit meiner Fachkompetenz Mitdenkender, der die Gremien ernst nimmt. Kooperation ist mir wichtig. Gerade in Personalfragen bin ich ein Lernender. Dabei hoffe ich auf die Zusammenarbeit mit denen, die bisher Verantwortung trugen.

Sie sind Weltpriester und Ordensmann. Ein Programm?

Lederhilger: Die bestehende gute Zusammenarbeit zwischen Ordens- und Weltpriestern kommt in meiner Person zusätzlich zum Ausdruck. Wir Prämonstratenser sind ja nach alter Tradition „geborene Pfarrer“. Mein Selbstverständnis als Ordensmann werde ich auch in meiner neuen Funktion beibehalten in der Verbindung mit meinem Kloster in Schlägl.

Wo liegen Ihre persönlichen Kraftquellen?

Lederhilger: Für die nächste Zeit muss ich zwei bestehende Terminkalender bewältigen. Soweit als möglich möchte ich jedoch die Wochenenden in meiner Stiftsgemeinschaft verbringen und wie bisher in den Pfarren Sarleinsbach und Putzleinsdorf in Zusammenarbeit mit dem Pfarrer aushelfen. Die Verbindung mit den Menschen ist für mich etwas sehr Wertvolles.
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