Ausgabe: 2005/40, Kopf der Woche, Nikola Eterovic, Achleitner, Papst Benedikt
06.10.2005
- Walter Achleitner
Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag die 11. Weltbischofssynode eröffnet. Auch für den kroatischen Erzbischof Nikola Eterovic war es eine Premiere: Es ist das erste von ihm vorbereitete Bischofstreffen.
Kontinuität und Veränderung, auf beides legt Nikola Eterovic besonderen Wert. Das hat der Generalsekretär der Bischofssynode mehr als deutlich unterstrichen, als er im Juli das Arbeitspapier zur Weltbischofssynode über „Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche“ präsentierte. Kontinuität, weil kein anderer außer Joseph Ratzinger bisher an 15 der 20 Bischofssynoden seit 1965 teilgenommen hat. Und Veränderung, nicht nur wegen des neuen Papstes sondern auch auf Grund des Wechsels im Generalsekretariat: Nach 19 Jahren unter dem inzwischen verstorbenen belgischen Kardinal Jan Schotte übernahm Eterovic im Februar 2004 sein Amt, das nicht zur römischen Kurie zählt. Inzwischen wurde die Dauer der Synode von vier auf drei Wochen und jene der auf Rednerlisten vorherbestimmten Wortmeldungen der Bischöfe von acht auf sechs Minuten gekürzt. Stattdessen gibt es nun für die 250 Teilnehmer am Ende eines jeden Arbeitstages eine einstündige „freie Debatte“.
Sprachgenie. Dabei wird der 54-jährige Titularerzbischof von Sisak, der auf der dalmatinischen Insel Brac geboren und 1999 auf Hvar zum Bischof geweiht wurde, davon profitieren, dass er neun Sprachen beherrscht. Eterovic, der nach seiner Promotion („Henri de Lubac, das Christentum und die anderen Religionen“) in Missionswissenschaften 1980 in den diplomatischen Dienst trat, führten seine Einsätze an die Elfenbeinküste, nach Spanien und Nicaragua. Vor seiner Berufung ins Synodensekretariat war Nikola Eterovic fünf Jahre lang Nuntius in der Ukraine.