Es ist schon eigenartig, dass die Europäische Union nicht die Umsetzung der Religionsfreiheit eingefordert hat, bevor die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei begonnen haben. Dabei hat das mit dem Vorwurf, die Union sei ein „Christenclub“, nichts zu tun, wenn sie darauf achtet, dass ein von ihr festgeschriebenes („Kopenhagener“) Kriterium tatsächlich auch eingehalten wird. Nun hoffen die Religionsgemeinschaften in der Türkei, dass sich ihre Lage im Zuge der Verhandlungen mit der EU verbessert. Möglich wird das, wenn in den kommenden Jahren dieser Frage echte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Geht es jedoch nach der Entschließung des EU-Parlaments vom vergangenen Mittwoch, dann braucht sich niemand erhoffen, die EU würde dieses Menschenrecht verteidigen.
Walter Achleitner
Pummerin stattMuezzin: So nicht!
Nun gibt es sie also doch wieder, die uralt-FPÖ, der kein Griff in die ausländerfeindliche Parolenkiste zu blöd ist, um ein paar Stimmen zu ergattern. Heinz Christian Strache spricht gerne von der „erneuerten“ FPÖ, seine Parolen im Wiener Wahlkampf aber schlagen das noch, was einst Jörg Haider an Ungustiösem zu bieten hatte. Während sich viele in unserem Land darum bemühen, Menschen unterschiedlicher Religionen miteinander ins Gespräch zu bringen, trommelt Herr Strache unverschämt den Zwist der Religionen. „Pummerin statt Muezzin“ heißt seine Parole. Dabei lässt er sich mit dem Stephansdom im Hintergrund plakatieren, während er seinen Konkurrenten Michael Häupl mit stilisiertem Minarett zeigt. Diese FPÖ braucht niemand.