90 Prozent der Österreicher/innen sprechen sich für eine finanzielle Gleichbehandlung der Ordensspitäler durch die öffentliche Hand aus. Das ergab eine vor kurzem durchgeführte Studie. Die Stadt Wien hat jetzt dieser Position Rechnung getragen. Die Spitalsfinanzierung in den kommenden Jahren wird, unabhängig von der Trägerschaft, nach dem jeweiligen Versorgungsauftrag gemessen. In Oberösterreich, wo die Ordensspitäler 47 Prozent der Patient/innen betreuen, ist man leider nicht so weit. Die Orden müssen, obwohl sie einen öffentlichen Auftrag erfüllen, immer noch vier Prozent des Betriebsabganges und zehn Prozent der Investitionen selber tragen. Dabei geht ihnen immer mehr die Luft aus. Ist das das Ziel der Gesundheitspolitik?
Hans Baumgartner
Stärkstes Ergebnisblieb ungehört
Groß war das Interesse für die Wiener Islam-Konferenz der vergangenen Woche. Doch nur so lange, wie Politiker dort sprechen durften. Die Reihen in der Hofburg leerten sich schlagartig, als die Vertreter der Religionen am letzten Tag das Wort ergreifen durften. So, als ob Theologen im Gegensatz zu Politikern nichts Wesentliches zu sagen hätten. Ungehört blieb deshalb bei den bereits abgereisten Staatsgästen und der ferngebliebenen Gastgeberin die gemeinsame Überzeugung, dass es mit dem Gottesglauben nichts zu tun hat, wer Religion als Sprengstoff missbraucht. Die Einmütigkeit, mit der sich Juden, Christen und Moslems allerdings darin bestärkt haben, ist jedoch das stärkste Ergebnis dieser viel beachteten Konferenz.