Eine positive Bilanz zogen die Österreichische Bischofskonferenz und die Vertreter der evangelischen Kirchen angesichts ihrer Begegnung vergangene Woche in Eisenstadt.
Sowohl der in seinem Amt bestätigte Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, als auch der evangelische Bischof Michael Bünker betonten, dass die gegenseitige Vertrautheit gestiegen sei. Freilich gebe es nach wie vor „Hindernisse“ zu überwinden. Bischof Bünker nannte hier die „schmerzliche Tatsache“, dass konfessionsverschiedene Ehepaare noch immer keine offizielle Möglichkeit hätten, gemeinsam zur Kommunion zu gehen. Kardinal Schönborn räumte ein, dass dies schmerzlich sei. Er erinnerte aber auch an einen Brief an einen evangelischen Freund, in dem er eine einfache Handregel für den Kommunionempfang in der katholischen Eucharistie formuliert hatte: Wer das „Amen“ zum dritten Eucharistischen Hochgebet ehrlichen Herzens sprechen kann, der könne auch die Kommunion ehrlichen Herzens empfangen.
Themen. Während die gemeinsame Erklärung der Kirchen (wir berichteten in der letzten Ausgabe) als großer Schritt empfunden wurde, haben sich die katholischen Bischöfe auch weiteren Themen gewidmet. Dazu gehörte ein Vorausblick auf die Pfarrgemeinderatswahl am 19. März 2017, auf das 100-Jahr-Jubiläum von Fatima oder das 70-jährige Bestehen des Rosenkranz-Sühnekreuzzuges (beides ebenfalls 2017). Die katholischen Bischöfe haben zudem ein würdiges Gedenken an jene Roma und Sinti gefordert, die in der NS-Zeit ermordet wurden. Anlässlich des Gedenktags an die „Reichspogromnacht“ am 9. November betonte Schönborn mit dem evangelischen Bischof Bünker den Einsatz der Kirchen gegen Antisemitismus. Den Abschluss der Bischofskonferenztagung bildete der Gottesdienst in Eisenstadt zum Abschluss des Martinsjahres, zu den Kardinal Péter Erdö aus Budapest leitete.