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Auf dem Weg des Versöhnens

Im Linzer Dom beteten Gläubige um den Weg der Einheit in der Diözese Linz
Ausgabe: 2009/26, Versöhnung, Dom, Bischof, Friedl, Verwirrung, Presse, Interview
24.06.2009
- Matthäus Fellinger
Nach den dreitägigen Gesprächen im Vatikan und der Bischofskonferenz in Mariazell leitete Bischof Dr. Ludwig Schwarz am Sonntag Nachmittag im Linzer Dom die Eucharistiefeier um die Einheit in der Diözese. Am Freitag gab er ein Pessegespräch mit großer medialer Aufmerksamkeit.

Um eines glaubwürdigen Zeugnisses für das Evangelium willen ist die Einheit zwischen dem Bischof, dem Klerus und allen anderen Gläubigen wichtig. So betonte es Bischof Dr. Ludwig Schwarz am Sonntag Nachmittag beim Versöhnungsgottesdienst im Linzer Mariendom. „Versöhnung ist echtes Mühen und ist harte Arbeit“, fügte er hinzu. Rund 400 Gläubige feierten die Messe mit. Sie sollte einen Abschluss nach Versöhnungsgebeten in den Vierteln bilden.

Bischöfe in Rom. Doch gerade in den Tagen zuvor herrschte angespannte Stimmung. Am Freitag hatte Bischof Dr. Ludwig Schwarz nach der Sommerkonferenz der Bischöfe in Mariazell und dem vorausgegangenen Besuch mehrerer Bischöfe in Rom eine Pressekonferenz gegeben. In Rom ist vor allem über die Diözese Linz gesprochen worden. Wie Bischof Schwarz betonte, hat sich der Papst sehr intensiv an diesen Gesprächen beteiligt. Eine Erneuerung der Katechese auf der Basis des Katechismus soll gefördert werden.
Besprochen wurden konkrete Konfliktpunkte. In der Frage von Bischofsernennungen werde sich Rom an die vorgesehenen Vorgangsweisen halten. Bei Weihbischöfen wäre ein einfacheres Verfahren möglich, betonte Schwarz, da könne Rom freier entscheiden. Frühestens im Herbst werde Bischof Schwarz wieder Gespräche über einen Weihbischof aufnehmen.

Laien werden wichtiger. Offensichtlich ist es Bischof Schwarz gelungen, in Rom die Zustimmung zum Einsatz von Pfarrassistent/innen und Seelsorgeteams für Pfarren ohne ständigen Priester am Ort zu festigen. Die Leitung der Pfarren selbst bleibt jedoch in Händen eines priesterlichen Moderators.
Bei der Pressekonferenz hatte Bischof Schwarz noch einmal zum Weg der Versöhnung eingeladen. Angesprochen auf den früheren Weihbischofskandidaten Dr. Gerhard Wagner, der daran nicht teilnehmen wollte, erklärte Schwarz: „An einer Person scheitert nicht der lange Prozess der Versöhnung.“

Verwirrung im Fall Friedl. Überraschend hatte Bischof Schwarz vor der Presse berichtet, Pfarrer Josef Friedl von Ungenach hätte sich entschieden, wieder zur bei der Weihe versprochenen Lebensform des Zölibats zurückzukehren. Ein entsprechender Brief, den der Bischof auch in Rom vorlegte, sei von Pfarrer Friedl unterzeichnet worden. Dieser könne daher Pfarrer in Ungenach bleiben. Anderslautende Berichte in Medien sorgten in der Folge für Verwirrung.
„Wir sind da, um um die Einheit, das Miteinander und die Versöhnung zusammen mit der Gottesmutter zu flehen“, betonte der Bischof beim Versöhnungsgottesdienst, den er mit der Weiheerneuerung der Diözese an die Jungfrau Maria abschloss.





Zum Thema

Friedl: „Habe keine Interviews gegeben“

Laut Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz hat Pfarrer Josef Friedl von Ungenach am 22. Mai eine Erklärung unterschrieben, wonach er zur bei der Priesterweihe versprochenen Lebensform des Zölibats zurückkehren wolle. Nachdem Schwarz dies am Freitag, 19. Juni zu Mittag bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben hatte, meldete der ORF abends in der „Zeit im Bild“, Friedl wisse von einem solchen Brief nichts. Er war übrigens erst in der Nacht zuvor von einer Israel-Pilgerreise zurückgekehrt. Andere Medien zitierten Friedl ähnlich. Der KirchenZeitung gegenüber erklärte Pfarrer Friedl am Montag, 22. Juni, er hätte keinen Medien gegenüber eine Erklärung abgegeben, sei von einem ORF-Team nach einem Begräbnis „abgepasst“ worden und hätte auch dort nur gesagt, er wisse von nichts – weil er ja nach seiner Rückkehr aus Israel mit Bischof Schwarz noch keinen Kontakt hatte.

Schweigen vereinbart. Mit dem Diözesanbischof wäre für die sehr persönlichen Gespräche im Mai Stillschweigen vereinbart worden, sagt Friedl – und daran wolle er sich halten. Über die Tatsache, dass Bischof Schwarz damit an die Öffentlichkeit gegangen sei, wolle er erst mit ihm reden.
Friedl wörtlich: „Ich habe bis jetzt keine einzige Aussage gemacht und mache auch keine, ich werde mir Zeit lassen.“ Eine solche Antwort werde es erst nach einem Gespräch mit dem Bischof geben. „Ich lasse mich jetzt nicht drängen“, meint er.
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