In Medien wurden vergangene Woche unterschiedliche Zahlen über Missbrauchsfälle im oberösterreichischen kirchlichen Bereich genannt. Hier die Fakten.
Bis Montag dieser Woche haben sich insgesamt 140 Personen an die diözesane Ombudsstelle für Opfer von Gewalt und Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter/innen gewandt. Die diözesane Kommission hat die Fälle bearbeitet. Von Vorwürfen betroffen sind 58 Personen. 38 davon sind Ordensleute, darunter auch drei Schwestern, und 28 Mitarbeiter der Diözese, vorwiegend Priester und einige Erzieher/innen. Ein Teil der möglichen Täter ist bereits gestorben. Insgesamt 27 Personen wurden an die Staatsanwaltschaft zur Prüfung der strafrechtlichen Relevanz weitergeleitet, und zwar auch dann, wenn die Taten gesetzlich schon verjährt sind. In der diözesanen Kommission rechnet man damit, dass davon 80 bis 90 Prozent als verjährt zurück an die Kommission verwiesen werden. Dann muss die Diözese schauen, wie sie mit diesen Fällen umgeht. Etwa 60 Prozent der Vorwürfe beziehen sich auf Gewaltvorwürfe, rund 40 Prozent auf sexuelle Gewalt. Fünf der Beschuldigten befinden sich noch im kirchlichen Dienst. Auch hier liegen die vorgeworfenen Taten schon etwa 30 Jahre zurück. Diese Fälle werden jetzt von der Staatsanwaltschaft untersucht. Die meisten Beschuldigten sind in Pension oder verstorben. Noch diese Woche werden sich die Ombudsstellen der einzelnen Diözesen treffen, um sich abzustimmen und über die Umsetzung der von der Bischofskonferenz beschlossenen Richtlinien zu beraten. Auch die Zusammenarbeit mit der Klasnik-Kommission muss noch genauer abgestimmt werden. Wie der Leiter der diözesanen Kommission, Bezirkshauptmann Josef Gruber, betont, wollen viele Opfern weniger eine finanzielle Entschädigung, sondern dass man über die Fälle Bescheid weiß. Sie erwarten auch eine Entschuldigung und sie wollen beitragen, dass es zu keinen weiteren Opfern kommt.