Mag. Wilhelm Molterer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank, hält die Arbeit von Rating-Agenturen für wichtig. Solange sie positive Bewertungen abgaben, waren sie allgemein willkommen. Zum Problem wurde ihre Arbeit, als sie nicht nur positive Meldungen nach außen brachten. In der griechischen Tragödie, erinnert Molterer, steigen die Überbringer der schlechten Botschaft – also die Rating-Agenturen – schlecht aus, nicht die Verursacher der schlechten Zustände. Für Molterer ist Transparenz wichtig, es müsse einen Wettbewerb zwischen den Rating-Agenturen geben. „Würde die Bundesregierung die Begründung für das Downgrading ernst nehmen, müsste sie die österreichischen Banken per Verfassungsgesetz sofort zerteilen – und zwar auf eine Größe, die ihrer Ansicht nach nicht mehr systemrelevant ist“, meinte Christian Felber von ATTAC Österreich (siehe auch Felbers neuestes Buch, Seite 28). ATTAC fordert von der Regierung eine strengere Bankenkontrolle. AK-Präsident Dr. Johann Kaliauer kritisiert, dass alle von der Herabstufung Österreichs (Verlust des Triple-A) sprechen, niemand aber von der Begründung. Kalliauer meint den Hinweis, dass eine Politik, die nur auf fiskalischen Kürzungsmaßnahmen beruht, selbstzerstörerisch ist. Der Chef der Vatikanbank Ettore Gotti Tedeschi hat dagegen die Rating-Agenturen zu mehr Umsicht bei ihren Länderbewertungen aufgerufen.