Bischof Bünker: „Österreich nimmt seine Verantwortung nicht wahr“
Die evangelische Kirche bündelt ihre Entwicklungszusammenarbeit ab sofort unter dem Titel „Brot für die Welt“. Der evangelische Bischof Michael Bünker betonte zum Auftakt, dass die steigende Zahl der Hungernden in der Welt beschämend und die staatliche Entwicklungshilfe zu wenig ist.
Ausgabe: 2012/09, Brot, Welt, Pressegespräch, Aschermittwoch, Hungerfolgen, Lebensmittel, Entwicklung, Kirche
29.02.2012
„Die steigende Zahl der Hungernden ist beschämend.“ Darauf machte der evangelische Bischof in Österreich Michael Bünker bei einem Pressegespräch am Aschermittwoch, 22. Februar, in Linz aufmerksam. 13 Millionen Menschen, davon neun Millionen Kinder, sterben jährlich an den Hungerfolgen – während allein in Österreich 170.000 Tonnen Lebensmittel jährlich weggeworfen werden. Der österreichische Staat – so Bünker – nimmt seine Verantwortung gegenüber jenen Menschen, die Hilfe in den Entwicklungsländern benötigen, nicht ausreichend wahr. Immer wieder würden die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit gekürzt. Deshalb sei kirchliches Engagement nötig. Die evangelische Kirche hat die Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit nun neu gebündelt und tritt unter dem Titel „Brot für die Welt“ in der Öffentlichkeit auf. Zurzeit engagiert sich „Brot für die Welt“ vor allem in Kenia, wo 3,7 Millionen Menschen an den Folgen der Dürre leiden. Dort soll die Basis für eine langfristig sichere Ernährung geschaffen werden.