Kopf der Woche: Dr. Emeka Emeakaroha - Er war der erste schwarzafrikanische Feuerwehrmann in Österreich. Vor kurzem wurde der Pfarrer von Obergrafendorf und Weinburg für seine Integrationsbemühungen von Staatssekretär Kurz ausgezeichnet.
„Zusammen:Österreich“ ist ein Projekt des Staatssekretariates für Integration. Es will Migrant/innen, die sich gesellschaftlich engagieren, in den Blick rücken. Der Nigerianer Emeka Emeakaroha ist einer von ihnen. Als er nach seiner Priesterweihe 1999 als Kaplan nach Obergrafendorf kam, ließ er sich bald von der Feuerwehr als Kurat engagieren. Ein Jahr später machte er die Ausbildung zum aktiven Feuerwehrmann. Zwei Gründe waren für ihn ausschlaggebend: „Der Leitspruch der Feuerwehr ,Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr‘ hat mich fasziniert. Das ist doch, was Christsein ausmacht: aus der Liebe Gottes für andere dazusein. Außerdem ist das eine tolle Chance, den Menschen im Dorf näherzukommen. Da wirst du angenommen, wirst einer von ihnen, gewinnst ihr Vertrauen, was vieles leichter macht – auch als Priester.“ Mit den Menschen unterwegs sein, das macht Emeakaroha „wirklich Freude“. Die Wurzeln. 1995 kam der 1971 im ostnigerianischen Dorf Umunoku geborene Emeka als Theologiestudent nach St. Pölten. Als er am Goethe-Institut Deutsch lernte, hielt er die Aufschrift „Schwarzfahren verboten“ für „Rassismus“. „Doch je mehr ich die Sprache konnte, desto neugieriger wurde ich auf die Menschen hier und ihre Kultur.“ Dennoch ist Emeakaroha wichtig, die Wurzeln in Afrika nicht zu verlieren. Zwei Mal im Jahr fährt er in seine Heimat – mit medizinischen Teams, mit Förderern seiner vielfältigen Projekte oder mit Kulturreisenden. Seither habe er auch kein Heimweh mehr.