Schwester Maria-Hildegard Rauscher (geboren 1929) aus Viechtwang ist seit 50 Jahren Missionarin in Afrika. Die Ordensfrau von den Oblatinnen des Heiligen Franz von Sales erzählt in einem Brief an die Kirchenzeitung von ihrem Leben:
Nach der Sendungsfeier in der Kirche von Urfahr fuhr ich mit dem Schiff „Blumfontein Castle“ nach Afrika. Wir waren 16 Tage lang auf der Reise und landeten am 26. April 1952 in Walvis-Baai (Südwestafrika, heute Namibia). Mein erster Einsatz war in Tschaunaup. Dort waren 120 Buben und Mädchen auf der Missionsstation, denen ich während des Schuljahres „Mutter“ sein durfte. (...) Von 1969 bis 1994 arbeitete ich mit einer sehr tüchtigen, eingeborenen Pflegerin im Missionsspital in Aus (Namibia) als Krankenschwester und Hebamme. Zusammen betreuten wir im Jahr rund 4.000 Patienten und hatten 80 bis 85 Geburten.
Da der Arzt, der rund 150 Kilometer von Aus entfernt wohnte und nur zweimal im Monat kam, habe ich nicht als Klosterfrau beten gelernt, sondern als Krankenschwester. Ich sage das zur größten Ehre Gottes, dass der gute Vatergott mir immer handgreiflich geholfen hat. Mein Glaube und Vertrauen sind nach jeder Geburt gewachsen. Von jedem Baby habe ich im Voraus alle seine Herzschläge und Atemzüge seines Lebens an die heiligste Dreifaltigkeit aufgeopfert und eifrig gebetet, dass keines verloren gehe. (...) Viele von meinen „Babies“ sind schon Mütter, Lehrer ... und ein Junge bereitet sich vor, um Priester-Oblate des Heiligen Franz von Sales zu werden. Bitte beten Sie alle für diese „Nachkommenschaft“.
Alles Gute wünscht Ihnen Sr. Maria-Hildegard Rauscher OSFS
Sr. Maria-Hildegard Rauscher lebt nun in einer Missionsstation in Südafrika und arbeitet – unermüdlich – mit, wo sie gebraucht wird: sie leitet eine Bibelrunde, betreut ihre Mitschwestern, gibt Kindern Flötenunterricht und macht Hausbesuche bei Kranken. Sie findet ihre Patienten überall: auch auf der Straße.