09.01.2018

Bewusst leben

Mehr Achtsamkeit, weniger Stress

Viele gute Vorsätze pflastern die ersten Tage des neuen Jahres. Und ein Gutteil davon ist im Februar schon Geschichte. Ein Vorhaben, das eigentlich gar nicht so schwer einzuhalten ist, könnte aber das Jahr überdauern und vielleicht zur Gewohnheit werden: achtsamer durchs Leben zu gehen.

Kinder spielen gerne mit besonderer Achtsamkeit und in sich versunken. So ein geschützter Rahmen ohne Ablenkungen ist für ein Kind sehr wertvoll.

Buchtipp: Achte auf die Lebensfreude. Brigitte Pregenzer hat Aussagen von Hildegard von Bingen mit zeitgemäßen Fragen ergänzt. Lebensfreude als Freude an kleinen, alltäglichen Dingen wird so leicht erfahrbar. Tyrolia Verlag, Innsbruck 2017, 9,95 Euro.

Die Situation ist bekannt: Während man mit der Freundin telefoniert oder einen Geschäftstermin hat, denkt man schon daran, was nachher zu tun ist – einkaufen, E-Mails durchlesen oder den nächsten Tag planen. Jedenfalls ist man mit den Gedanken woanders. Diese innere Abwesenheit verursacht Stress.

Konzentration und Fokus auf das „Hier und Jetzt“

Wer achtsam lebt, der ist gesünder und glücklicher – so sagen es viele Ratgeber und so wissen es zahlreiche Menschen aus eigener Erfahrung. Doch was heißt das und wie geht das? Achtsam leben in einer Welt voll von Ablenkungen, Terminen und Stress ist nicht einfach, aber es ist möglich. Es ist eine innere Einstellung, auf den Moment zu achten, und man kann dies lernen. Täglich bieten sich viele Übungsmöglichkeiten an:

- Die Natur einfach nur betrachten: einen Baum, eine blühende Wiese, die Wolken beobachten oder dem Plätschern des Regens zuhören. Kein Anruf soll dabei ablenken.

- In Gesprächssituationen wirklich zuhören: Wer vertritt welche Meinung? In welchem Tonfall wird gesprochen? Sich selbst aktiv einbringen.

- Mahlzeiten zelebrieren statt hinunterschlingen: Was esse oder trinke ich gerade? Wonach schmeckt es? Wie wurde die Speise zubereitet?

Von Kindern lernen

Wer kleinen Kindern beim Spielen zusieht, hat schnell eine Ahnung davon, was Achtsamkeit heißt. Nein, es geht nicht darum, wie sorgsam die kleinen Finger etwas angreifen. Es ist vielmehr das Vertiefen in eine Sache, geradezu ein Versinken in eine andere Welt.

Dass sich Kinder beim Spielen nur schwer ablenken oder stören lassen, wird oft mit Schimpfen bedacht. Dabei sind diese Momente für die Kleinen sehr wertvoll und entspannend. Spätestens in der Schulzeit wird nämlich dann genau dies von ihnen verlangt: Konzentration und Achtsamkeit im Unterricht und bei den Hausübungen, trotz vielfältiger Ablenkungsmöglichkeiten.

Mehr Lebensfreude durch Achtsamkeit

Wer sich täglich an kleinen Dingen ­erfreuen kann, tankt damit Kraft und Energie, die durchs Leben tragen. Schon Hildegard von Bingen wusste, wie wichtig es ist, über Kleinigkeiten Freude empfinden zu können und sich dafür etwas Zeit zu nehmen. Wer achtsam lebt, kann so sich und anderen täglich kleine Geschenke machen. Wer sich hingegen ständig ablenken und treiben lässt, läuft Gefahr, seine Lebensfreude und Gesundheit zu verlieren.

Bildquelle: fotolia

Autor/in:  Brigitta Hasch

Keywords: 2018/02

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