11.10.2017

Kultur

„Beim Schreiben kann ich eine andere Welt erschaffen“

Bücher haben im Gegensatz zum Computer an Reiz verloren, sagt Vanessa Breuer. Die junge Autorin selbst liest und schreibt seit ihrer Kindheit. Was macht diese Begeisterung aus?

Vanessa Sofie Breuer, 16, ist Schülerin des Adalbert-Stifter-Gymnasiums der Diözese Linz.

Wenn es nach Vanessa Breuer ginge, wäre Lesen auf Platz eins der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Lesen aber braucht Zeit. Die ist knapp bemessen in einer Gesellschaft, in der elektronische Medien mit immer neuer Ablenkung aufwarten. Vanessa Breuer erlebt das in ihrem Freundeskreis. Die 16-jährige Schülerin kann dieser Ablenkung widerstehen, denn sie ist nicht nur vom Lesevirus infiziert. Sie schreibt, seitdem sie schreiben kann. Schon in der Volksschule hat sie – angespornt durch ihre Lehrerin – eigene Geschichten geschrieben. Die Inspiration dafür hat sie aus Büchern geholt. „Beim Lesen kann ich in eine andere Welt abtauchen“, sagt Vanessa Breuer, „beim Schreiben kann ich eine Welt erschaffen.“ Das hat viel mit Begeisterung zu tun.

Phantasie und Ausdauer

Begeisterung ist ein kraftvolles, zu einer Handlung drängendes JA zu etwas, schreibt der Philosoph und Theologe Clemens Sedmak. Die Autorin Vanessa Breuer erlebt das so: Szenen im Alltag liefern den Impuls, diese weiterzudenken. „Ich stelle mir vor: Wie hätte sich etwas entwickelt, wenn ich anders reagiert hätte?“ Und schon entsteht die Geschichte in Gedanken und fließt dann später in Vanessa Breuers Computer. Manchmal kommt es vor, dass sie mit dem Ende eines Buches, das sie gerade liest, unzufrieden ist. Dann schreibt sie einen neuen Schluss. Vanessa Breuer mag ihre Figuren. Doch wenn der Text vollendet ist, bleiben sie in ihrer Welt zurück, und der Kopf ist frei für Neues. Zwischen einer Woche und einem Monat sitzt die Autorin an einer Geschichte. Das braucht Ausdauer. Clemens Sedmak nennt es Kraft: „Leute, die für etwas brennen, besitzen dann auch die Kraft, dabeizubleiben.“

Neues probieren

Vanessa Breuer will ihr Schreiben weiterentwickeln. Eigentlich richten sich ihre Texte an ein gleichaltriges Lesepublikum. Nun hat sie mit dem kleinen, lebhaften Drachen Herby eine Figur erfunden, mit der sie auch Kinder begeistern möchte. „Ich weiß nicht, welcher Impuls nötig wäre, um Kinder zum Lesen zu bringen“, sagt die Autorin. Spannend erzählte Geschichten wie die von Herby und seinen Freunden könnten die Antwort darauf sein.


Zum Nachlesen: "Der Drache Herby" von Vanessa Sofie Breuer: www.kirchenzeitung.at/newsdetail/rubrik/der-drache-herby/

Bildquelle: Privat

Autor/in:  Christine Grüll

Keywords: 2017/41

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