BRIEF_KASTEN
Das Hormon Oxytocin nannte die Psychiatrie-Professorin Adelheid Kastner bei der Ökumenischen Sommerakademie in Kremsmünster eine „Wunderwaffe“, weil es Wohlgefühl auslöst und sogar gegen Traumatisierung helfen kann. Es wird durch angenehmen Körperkontakt mit einer vertrauten Person ausgeschüttet.
Unmittelbar nach einem traumatisierenden Ereignis sei reden sinnlos, umarmen dagegen therapeutisch, so die Wissenschaftlerin. Kastner erinnerte an die unmenschlichen Heime in Rumänien, in denen Kinder mit Nahrung und Kleidung versorgt, aber nicht berührt wurden. „Viele von ihnen sind ohne erkennbare Ursache gestorben.“ Ähnlich kann man sich die früheren kanadischen Heime für indigene Kinder vorstellen, die Papst Franziskus kommende Woche besucht. Misshandlungen, sexueller Missbrauch und Entzug von Zuwendung sind eng verwandt.
Für die Seelsorge sollte das zu denken geben. Völlig zu Recht wird zurzeit sehr genau geregelt, was Seelsorger und Seelsorgerinnen „dürfen“ und was nicht. Es ist aber zu wenig. Wieder ist es der Papst, der unermüdlich über Zärtlichkeit spricht. Abstand halten ist Voraussetzung. Wohltuende Berührung kann manchmal genauso wichtig sein.
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