BRIEF_KASTEN
Gott*, Gott+ oder G*tt ... katholische Jugendverbände in Deutschland experimentieren seit einiger Zeit mit Schreibweisen, die Gott gerechter werden sollen als das einfache Wort „Gott“. So jugendlich übertrieben das erscheinen mag, hat es einen ernsten Grund. Ich selbst bin alt genug, um beim Klang des Wortes „Gott“ automatisch an ein männliches Wesen zu denken.
Die jahrhundertealte Kultur mit ihren Bildern vom (im besten Fall) guten Großvater mit Bart, die Kirchenlieder und Kinderbibeln haben ihre Spuren hinterlassen. Das stört mich nicht sehr. Ich kann ja reflektieren und zur Überzeugung kommen, dass Gott, das Göttliche, unser Denken in Geschlechtern sprengt und sich nicht auf eines von beiden einengen lässt.
Wenn aber „Gott“ die Assoziation „Mann“ auslöst, kann es nützlich sein, mit der Sprache zu spielen: Welches Wort presst den Allmächtigen weniger stark in das menschliche Denken, öffnet mehr die Beziehung zum Unendlichen und doch Persönlichen, zum Unbegreiflichen und gleichzeitig Berührbaren? Darauf gibt es keine fertige Antwort. Es ist eine Suche. Vielleicht entspricht das Wort „Suche“ der Beziehung zu Gott ohnehin am besten. Frei nach Augustinus ist Gott derdiedas, wonach wir auf der Suche sind.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>