BRIEF_KASTEN
Geduld braucht es dazu und Sorgfalt. Ob Apfel oder Birne – von „Natur aus“ bringen sie nicht die Früchte, wie man sie liebt. Dass das Gute eines alt gewordenen Baums nicht verloren geht, wenn er allmählich dürr wird, sondern dass man es weiterhegen kann, ist ein tröstlicher Gedanke. Man beginnt neu zu entdecken, wie kostbar alte Sorten sind. Optimale Lager- und Transportfähigkeit sind eben nicht die einzigen guten Eigenschaften, auf die es zu achten gilt. Widerstandsfähigkeit, ausgefallene Geschmacksvarianten, das sind Qualitäten, die neu entdeckt und geschätzt werden. Weiterpflegen, was gut ist. Auch im Menschlichen ist es möglich, die kostbaren Erfahrungen von Eltern, überhaupt den Vorgängergenerationen, im eigenen Leben weiterzuführen. So kommt das Gute zum Tragen. So pflanzt es sich fort. So wird man besser den Unwettern im Menschlichen trotzen können. In dieser Hinsicht sind Menschen wie Bäume. Wie sonst wäre die Gabe des Glaubens in Menschen zum Blühen gekommen, wenn er nicht eingepfropft worden wäre? Er ist keine „Wildfrucht“, er veredelt das Leben. Von Generation zu Generation. Von Mensch zu Mensch.
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