BRIEF_KASTEN
Man hätte sich nicht entschuldigen müssen, denn es ist klar, dass unter eingeschränkten Bedingungen eben nicht immer der ideale Klang möglich ist. Entschuldigen wir uns zu gerne für die falschen – und legen wir umgekehrt zu sehr Wert auf die falschen Dinge? Haben wir also zu viel Mühe in perfekte „Tonqualität“ gelegt – und viel weniger auf die Inhalte selbst? Bei Unverständlichem liegt es oft nicht an der Tonqualität. Und eine gute Nachricht verliert ihre Güte nicht bei schlechtem Klang. Selbst bei Musik, wo doch alles auf das Klingen und den Ton ankommt, nimmt man das Kratzen auf einer alten Aufnahme in Kauf, wenn man das Stück mag. Mit dem „Mangel“ an Tonqualität lässt sich also im Allgemeinen ganz gut leben. Es bringt nicht viel, wenn man mit immer besseren und teureren Geräten den Klang optimiert – während an anderen Belangen und Orten Mangel herrscht. Alles stets verbessern zu wollen kann zur Sucht werden – zum Luxusvergnügen. Manchmal – meist eigentlich – reichen die einfacheren Dinge und Lösungen. Den guten Ton muss man nicht ständig optimieren. Tage wie diese sind eine gute Möglichkeit der Einübung in eine Tugend, auf die es noch sehr ankommen wird: Genügsamkeit.
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