BRIEF_KASTEN
Sich von Wellen treiben zu lassen – schön muss es sein. Im Sommer überlassen sich Menschen gerne dem Wellenspiel.
Doch mehr und mehr hat der Begriff „Welle“ seinen Charme verloren: Hitzewellen – eine nach der anderen, eine Covid-Welle sogar schon im Sommer. Bedrohlich ist das.
Wellen entstehen aus einem Spiel von Kräften: Da ist Druck, der die Wogen hochschaukelt bis an einen Höhepunkt, und wenn die treibende Kraft nicht mehr ausreicht, fallen sie in sich zusammen.
Wenn viele Menschen zu gleicher Zeit demselben Reaktionsmuster folgen, entstehen Wellen. Die Lebensgewohnheiten sehr vieler Menschen und Interessensgruppen haben die Häufigkeit von Hitzewellen begünstigt, der globale Verkehr trug zur Ausbreitung des Coronavirus bei.
Was tun? Man könnte sich an der Entstehungsweise der Wellen selbst ein Beispiel nehmen. Wenn viele Menschen Gleiches wollen – und tun, könnte geschehen, was man an den Stränden beobachten kann: Am Widerstand der Klippen brechen die Wellen, an flachen Stränden laufen sie aus. Eine Welle eines starken gemeinsamen Wollens müsste es sein. Sie gewinnt Kraft aus vielen einzelnen Entscheidungen von Menschen: Wir nehmen die Krisen ernst und „befeuern“ sie nicht. Und wenn viele Menschen Gleiches wollen, müssten doch auch die „Mächtigen“ ihrem Beispiel folgen.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>